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„Zwischen den Runden bin ich furchtbar nervös“, gesteht Mathilde Caldérini. Trotzdem hat sich die französische Flötistin schon in mehreren Wettbewerben gegen die Konkurrenz behauptet.

ARD-Musikwettbewerb geht auf Zielgerrade

Flötistin Mathilde Caldérini: „Möchte meinen eigenen Weg suchen“

München -  Flötistin Mathilde Caldérini möchte am Wochenende im ARD-Musikwettbewerb den Hattrick für Frankreich holen.

Langsam aber sicher geht es beim diesjährigen ARD-Musikwettbewerb auf die Zielgerade. Nach Michael Buchanan, der schon am Mittwoch den Kampf der Posaunen für sich entscheiden konnte (wir berichteten), und dem am Freitagabend ausgetragenen Finale der Klavierduos fallen am Wochenende nun die letzten Entscheidungen beim Gesang und bei den Flöten. Auf einen Platz im Finale hofft unter anderem auch Mathilde Caldérini. Und wer weiß, vielleicht gelingt ihr dann ja sogar der Flöten-Hattrick für Frankreich. Denn die vergangenen beiden Male (in den Jahren 2010 und 2004) konnten ihre Landsleute Loïc Schneider und die mittlerweile selbst in der Jury sitzende Magali Mosnier den Sieg holen.

Aufregend wäre das natürlich, aber immer eins nach dem anderen. Schließlich gilt es für die in Paris und London ausgebildete Musikerin kurz nach dem Gespräch erst einmal, das Semifinale zu bestreiten, bei dem mit Salvatore Sciarrinos „L’autostrada prima di Babilonia“ das diesjährige Auftragswerk auf dem Plan steht. Eine musikalische Welt, in der sich Caldérini durchaus wohlfühlt. „Sophie Cherrier, meine Lehrerin in Paris, war lange Mitglied im Ensemble Intercontemporain und hat dort oft mit Pierre Boulez zusammengespielt, also haben auch wir regelmäßig an zeitgenössischen Stücken gearbeitet.“

Wichtig bei Sciarrino, der den Interpreten auch technisch unterschiedlichste Facetten abverlangt, ist Caldérini vor allem das Einfangen der Atmosphäre hinter den Noten. „Ich spiele gern moderne Stücke, man ist dabei viel freier in seiner Interpretation, weil es beim Publikum keine Erwartungshaltung gibt. Man kann seinen eigenen Weg suchen“, so die Musikerin.

Auf dem Weg nach München lagen für die Französin bereits mehrere erfolgreich absolvierte Wettbewerbe in ihrer Heimat oder Japan. Routine ist das Kräftemessen für sie aber deshalb noch lange nicht. „Es wird sogar fast noch schlimmer, je öfter ich so etwas mache“, gesteht sie. „Bei meinem ersten Wettbewerb war ich noch ganz cool und habe einfach drauf los gespielt. Aber je älter man wird, umso mehr fängt man an, über die Dinge nachzudenken. Sobald ich auf der Bühne stehe, ist wieder alles okay, allein schon weil ich heute mehr Erfahrung habe. Aber zwischen den Runden bin ich furchtbar nervös.“

In solchen Fällen hilft es dann, dass die Musikerwelt letzten Endes doch eine kleine ist. So zählt etwa Mit-Semifinalist Eduardo Belmar aus Spanien zu Caldérinis ehemaligen Studienkollegen und auch auf den Schweizer Sébastian Jacot trifft sie nicht zum ersten Mal bei einem Wettbewerb. „Das macht es nicht unbedingt leichter, weil man schon vorher weiß, dass man mit ihnen starke Konkurrenz hat. Aber es ist auch schön, wenn man Freunde um sich hat.“

Im Idealfall wären sie alle drei im Finale. Das aber liegt jetzt ganz in den Händen der Jury.

Tobias Hell

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