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Sehnsucht nach der Heimat: Seit 2010 leitet Johan Simons die Münchner Kammerspiele. Das Angebot der Stadt, seinen Vertrag über die Spielzeit 2014/15 hinaus um drei Jahre zu verlängern, hat der Niederländer ausgeschlagen. Er möchte nach dann fünf Jahren zurück nach Hause. Foto: Oliver Bodmer
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Sehnsucht nach der Heimat: Seit 2010 leitet Johan Simons die Münchner Kammerspiele. Das Angebot der Stadt, seinen Vertrag über die Spielzeit 2014/15 hinaus um drei Jahre zu verlängern, hat der Niederländer ausgeschlagen. Er möchte nach dann fünf Jahren zurück nach Hause.

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Simons: "Ich muss wieder nach Hause"

München - Johan Simons verlängert nicht seinen bis 2014/15 laufenden Vertrag als Intendant der Münchner Kammerspiele.

Er wartet bis zum Schluss der Pressekonferenz mit dieser Nachricht, die er zur Sicherheit von einem vorbereiteten Zettel abliest. Johan Simons wird seinen Vertrag als Intendant der Münchner Kammerspiele nicht über die Spielzeit 2014/15 hinaus verlängern. „Danach muss ich wieder nach Hause“, sagt der 66-jährige Niederländer. Zwar hatte ihm Hans-Georg Küppers, Münchens Kulturreferent, eine Verlängerung für weitere drei Jahre angetragen. „Läge München gleich hinter der holländischen Grenze, müsste ich nicht nachdenken, ob ich dieses Angebot annehme“, erklärt Simons. Länger als fünf Jahre könne er allerdings die Sehnsucht, seine Frau und seine Kinder regelmäßig nach der Arbeit zu sehen, nicht aushalten. Niederländischen Medien zufolge kehrt er als Leiter ans NT Gent zurück. Von dort wechselte Simons einst zur Spielzeit 2010/11 nach München; damals folgte er auf Frank Baumbauer. Aktuell liegt die Auslastung seines Hauses bei 73 Prozent.

Bereits am Mittwoch hatte der Theatermacher seine Entscheidung dem Ensemble mitgeteilt. Bevor er nun gestern die Presse informierte, hatte Simons im Rathaus den Münchner Stadträten seinen Entschluss erläutert. Kulturreferent Küppers äußerte großes Bedauern, gab aber auch zu: „Gegen Heimweh ist kein Kraut gewachsen.“

Küppers lobte die „sehr gute“ Wirkung der Kammerspiele unter Simons’ Leitung, bei den Besuchern und in den Feuilletons („Da mal mehr, mal weniger. Aber so soll es auch sein.“). Das Haus sei „das beste deutschsprachige Theater, die Spitze der Avantgarde“. Der Chef der Münchner Kulturverwaltung kündigte an, rechtzeitig einen Vorschlag für die Nachfolge zu machen. „Mir ist die Situation ja nicht ganz unbekannt“, betonte Küppers. Er sei im Jahr 2007 gerade drei Wochen im Amt gewesen, als Simons’ Vorgänger Baumbauer seinen Rücktritt ankündigte. Nun gehe es aber erst einmal zwei Jahre „mit voller Power“ weiter. „Uns braucht um die Zukunft der Kammerspiele nicht bang sein.“ Küppers räumte später bei der Pressekonferenz, zu der er Simons in den Malersaal der Kammerspiele begleitet hatte, indes auch ein, dass die Suche nach einem neuen Intendanten „nicht einfach“ werden würde: „Schließlich geht es um die Kammerspiele und nicht um irgendein Theater.“

Johan Simons’ Entscheidung überlagerte verständlicherweise das eigentliche Thema der Pressekonferenz. Für seine vorletzte Münchner Spielzeit kündigte der Intendant an, die „Kammerspiele würden noch mehr, was sie schon immer waren: international, aktuell, politisch, mit dem Blick nach außen“.

Viele Produktionen der Spielzeit 2013/14 kreisen dabei um die Themen Arbeit und Arbeitslosigkeit (siehe Kasten). Der Intendant eröffnet die Saison mit seiner Inszenierung von Büchners „Dantons Tod“: „Jeder Deutsche kennt das“, ist sich Simons sicher. „Da muss ich wirklich ran. Denn ich bin ein Holländer, der ein richtig klassisches deutsches Stück macht.“

Wie berichtet, wird Simons in der nächsten Spielzeit auch das Jelinek-Stück „FaustIn and out“ fürs Bayerische Staatsschauspiel inszenieren. „Es heißt immer, man müsse sich profilieren“, sagt der Kammerspiele-Chef dazu. „Man kann sich aber auch in der Zusammenarbeit profilieren.“ Daher werde sein Theater in der nächsten Saison erstmals mit dem Haus der Kunst kooperieren: Der bildende Künstler Stan Douglas, dessen Werke dort im Juni 2014 gezeigt werden, gastiert parallel mit seiner kanadischen Produktion „Helen Lawrence“ in der Spielhalle der Kammerspiele. So will Johan Simons einlösen, was er vor seiner Rückkehr in die Heimat für München verspricht: „Zwei flammende Spielzeiten.“

Von Michael Schleicher und Johannes Löhr

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