"Ich will alt wie Methusalem werden"

- Erwin Geschonneck hat es geschafft. Der Wunsch des Schauspielers ("Ich will alt wie Methusalem werden") ist in Erfüllung gegangen. Heute feiert er, der noch unter Bertolt Brecht auftrat und mit Filmen wie "Karbid und Sauerampfer" berühmt wurde, in Berlin seinen 100. Geburtstag.

Am Abend wird Geschonneck in der Berliner Akademie der Künste am Pariser Platz geehrt. Zu der Veranstaltung haben sich zahlreiche Freunde und Weggefährten angesagt, unter ihnen Regisseur Thomas Langhoff, die Schauspieler-Kollegen Inge Keller, Jutta Hoffmann und Hermann Beyer sowie die Linkspartei-Politiker Lothar Bisky und Gregor Gysi.

Geschonneck, ein Autodidakt, feierte in den 50er-Jahren Erfolge als Knecht Matti in Brechts "Herr Puntila und sein Knecht Matti". Er überzeugte sowohl als Charakterdarsteller wie auch in hintergründig-humorvollen Rollen. In der DDR gehörte er zu den bestbezahlten Schauspielern und stand in mehr als hundert Filmen vor der Kamera.

Dabei konnte Geschonneck, der in der Nazizeit jahrelang im Konzentrationslager saß, erst mit beinahe 40 Jahren seine eigentliche Schauspielkarriere starten. Er zählte 1945 zu den wenigen Überlebenden des Untergangs der "Cap Arcona", auf der 4000 Häftlinge eingepfercht waren.

Tür die DEFA spielte er unter anderem in "Jakob der Lügner" von Frank Beyer (1974), der als einziger Film der DDR-Filmgesellschaft für einen Oscar nominiert wurde.

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