Identitätswirrwarr und singende Soldaten

- Der Krieg als Maskenspiel - so könnte man Thomas Braschs 1988 uraufgeführtes Stück "Frauen/ Krieg/ Lustspiel" äußerlich umreißen. Zwei Frauen, die behaupten, Klara und Rosa zu sein, tauchen ein in ihre merkwürdig schwimmenden Biografien, schildern Erlebnisse aus dem Ersten Weltkrieg. Geschichten entstehen, die beide auf seltsame Art miteinander verbinden, doch die Zuordnung ist schwierig. Wer spielt wen? Vor dem Hintergrund des Krieges verschieben sich die Identitäten.

Am Münchner Theater . . . und so fort hat Michael W. Stallknecht Braschs Stück inszeniert. Ein interessantes Experiment, das allerdings nicht vollständig aufgegangen ist, zu viele Längen hatte der anderthalbstündige Abend. Zwar hatte sich Klara-Darstellerin Elisabeth Wasserscheid im dritten Teil schauspielerisch enorm gesteigert. Den endlosen Wortkaskaden Braschs konnte sie trotz ihres intensiven Spiels auf Dauer aber auch keine Spannung verleihen. Vielleicht eine Schwäche des Textes, den Ulrike Gronow ("Darstellerrin der Rosa") ebenfalls nicht beheben konnte.

Unterhaltsamer der zweite Teil, eine Art Satyrspiel mit parodistischem Anstrich, in dem Felix Hellmann, Mark Hinkel und Bela Klentze als "Neger" komödiantisches Talent zeigten und beinahe so schön trällerten wie Manuel Klein in der Rolle des "singenden Soldaten". Peter Rieckmann beeindruckte als Pandarus mit seiner jahrzehntelang gereiften Sprechtechnik. Die wahren Abgründe des Abends offenbarte jedoch Frank Frey, indem er als Souffleur die gesamte Bühne leer mordet.

Tel: 089/ 23 21 98 77, Hans-Sachs-Str. 12.

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