Ikone einer Generation

- Kaum etwas fördert den Mythos eines Schauspielers so sehr wie ein früher Tod. Wenn James Dean noch am Leben wäre, würde er heute seinen 75. Geburtstag feiern. Vielleicht würde er bei der nächsten Oscar-Verleihung auf die Bühne humpeln und sich für einen Ehren-Oscar in Anerkennung seines Lebenswerks bedanken, womöglich überreicht von der ein Jahr jüngeren Elizabeth Taylor. Hoch geschätzt wäre er womöglich - aber alles andere als eine Kultfigur.

James Dean jedoch bleibt auf ewig der aufsässige Teenager, der zwischen den Lippen eine Zigarette hin- und herrollt. Mitten in der bleiernen Eisenhower-Zeit, dem amerikanischen Äquivalent zu den Adenauer-Jahren, etablierte James Dean einen neuen Männertyp, verletzlich und dennoch begehrenswert. Nicht nur Frauen interessierten sich für ihn: Die Männer standen stundenlang vorm Spiegel und waren damit beschäftigt, ihre Haare in einen Zustand natürlicher Ungekämmtheit zu versetzen. Und oft war da noch mehr. Die Bilder, auf denen ein provozierend jugendlicher Dean mit weit geöffnetem Hemd und Schmollmund posierte, würden sich heute gut auf jedem Schwulen-Magazin machen. Mittlerweile ist bekannt, dass Dean zahlreiche homosexuelle Affären hatte.

James Dean hat nur drei Filme gedreht. "Jenseits von Eden", "Denn sie wissen nicht, was sie tun" und "Giganten". Die beiden letzten kamen erst nach seinem Unfalltod heraus. Alle drei Streifen zeigen ihn als schwierigen Außenseiter im Konflikt mit älteren Autoritätspersonen. Bis zu einem gewissen Grad spielte er dabei sich selbst: Obwohl als Schüler angepasst, stellte er später schlechte Manieren zur Schau und lebte seine Launen öffentlich aus. Noch drei Jahre nach seinem Tod erhielt James Dean mehr Fanpost als jeder lebende Hollywoodstar. Und nie mehr ist ein US-Schauspieler in solchem Maße zur Symbolfigur einer ganzen Generation geworden.

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