Ein impressionabler Realist

- Seine Akademie waren die Museen, seine Lehrmeisterin blieb die Natur, sein Leitfaden Lovis Corinths Schrift "Das Erlernen der Malerei". Karl Walther war eine Naturbegabung - mit 21 Jahren hatte er seine erste Einzelausstellung in seiner Heimatstadt Leipzig. Im selben Jahr, 1926, entstanden einige seiner besten Bilder: in der Leipziger Vorstadt, Straßenbilder in kleinen sächsischen Orten. Bis ins hohe Alter stand Walthers Staffelei vorzugsweise im Freien - auch zur Winterszeit. Seine Motive: vorwiegend Landschaften, Architekturen alter Städte und Porträts, Stillleben und Interieurs.

<P>Zum 100. Geburtstag (er wird im August fällig) ehrt ihn die Galerie der Bayerischen Landesbank (Brienner Straße 20) mit einer über 90 Arbeiten umfassenden Auswahl. Von 1940 bis 1966 hatte Walther sein Atelier in München-Neuhausen. Einige seiner Stadtansichten bewahren das Bild des alten München, der ersten Zerstörungen und der Zeit nach dem Wiederaufbau. Walthers detailreicher Feststellungswille lieferte Bestandsaufnahmen und Stimmungsbilder verlässlicher Art: von Paris und Amsterdam bis Danzig, von Florenz und Venedig bis zur Ostsee.<BR>Ihn als Spätimpressionisten zu bezeichnen, führt zu meist falschen Vergleichen. <BR><BR>Walthers Großformat "Straßenschotterer mit Dampfwalze" (1938) demonstriert mit aller Deutlichkeit seine Nähe zum Realismus eines Gustave Courbet. Walthers innige Verbindung von Pinsel- und Spachtelmalerei ist unbunt. Seine stets reduzierte Palette bevorzugte Braun- und Ockertöne. Mitunter auch struppiges Grün. Leuchtendes Rot oder Gelb spielen als Einzelfarben jeweils eine an bestimmte Gegenstände gebundene Sonderrolle. Er war ein impressionabler Realist.<BR><BR>Bis 17. 4., tgl. 10-18 Uhr, Tel. 089/21 71-268 27.<BR></P>

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