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Ina Müller.

Ina ist das Elbe vom Ei!

München - Moin Moin, München! Ina Müller, die Perle Hamburgs, war zu Gast tief im Süden, in ihrer „Schnüffelchenstadt“ – und riss 7000 „Schnullerbacken“ (Ina-Deutsch für Fans) schier von den Sitzen. Die Konzertkritik:

 Inas Nacht, Inas Abend war Unterhaltung, wie sie brillanter kaum sein kann, bis hin zu den Zugaben im von Udo gekaperten weißen Bademantel. Wer in München dabei war, als die Müllerin mit Let Me Entertain You die Bühne rockte – der ist fürs Robbie-Original für immer verloren.

Alles Müller, alles großartig!

Falls sich in der Halle zu Beginn Ina-Skeptiker befinden – dann braucht die 46-Jährige keine fünf Minuten zum Um-den-Finger-wickeln. Toll sieht sie aus, ganz in Schwarz, die hochgesteckten Haare wieder länger. Und ihr Mix aus Schnacken, Comedy und Chanson sucht in Deutschland seinesgleichen – und findet nichts. Gleich zu Beginn hält Ina Müller eine urkomische Liebeserklärung für ihren jungen Lover, den 30-jährigen Sänger Johannes Oerding: „Er riecht noch nicht aus dem Mund wie alter Hund.“

Wer kann, holt sich ’nen jungen Mann. Ina kann, und jeder gönnt es ihr. Die Müllerin quatscht und quatscht, wunderbar anzüglich und konsequent politisch unkorrekt, über eine Geschlechtskrankheit namens Twitter, über ihre fiktive Lieblingssendung Nur der Hass zählt und über Trost an Tagen, an denen sie sich hässlich fühlt: „Dann guck ich Schwiegertochter gesucht, und denk mir: Mein Gott, Ina, bist du schön.“

Und dann singt sie auch noch. Und wie! Die herrlichen Texte von Frank Ramond sind ein Genuss wie eh und je. Die Oasis-Hommage Immer wenn ich Brittpop, das sehnsuchtsvolle Das wär dein Lied gewesen oder der Klassiker Lieber Orangenhaut als gar kein Profil – schlauer und amüsanter geht’s kaum, und das auch noch mit Müllers exzellenter und spielfreudiger Band.

Am Ende singen die Fans aus dem Süden hingebungsvoll die Sylt-Hymne Drei Männer her mit: „Das letzte Mal, dass ich so richtig ausgelassen war, das war mit dir damals auf Sylt in der Sansibar.“ Nach über zwei Stunden sagt die Kesse von der Küste „Tschüss München“ zu ihren begeisterten Schnullerbacken. Hamburgs Perle – eine umwerfende Frau, auf halber Strecke zwischen Kuscheltuch und Rheumadecke. Das Elbe vom Ei!

Jörg Heinrich

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