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Nein, mit Pascal Fligg geht es nicht abwärts. Der sportbegeisterte Schauspieler beweist hier nur unserem Fotografen, dass man Treppen auf unterschiedliche Weise benutzen kann. Nicht zur Nachahmung empfohlen!

„Informatik kann sehr künstlerisch sein“

München - Volkstheater-Schauspieler Pascal Fligg über seine Rolle als Mackie Messer in der „Dreigroschenoper“ und seine Hobbys

Junges Ensemble, junge Regisseure, abwechslungsreicher Spielplan – das ist das Markenzeichen von Christian Stückls Münchner Volkstheater. Nach Opern-Seitensprüngen, Oberammergau und Salzburgs „Jedermann“ inszeniert Superdynamo Stückl jetzt „Die Dreigroschenoper“, Brechts erfolgreichstes Stück seit der Uraufführung 1928 am Berliner Theater am Schiffbauerdamm. Um die schmissige Weill’sche Musik kümmern sich Micha Acher & Die Alien Combo. Den Macheath, genannt Mackie Messer, hat Stückl Pascal Fligg anvertraut. Für den 27-Jährigen ist es nach seinem viel gelobten Henri Boulanger in Aki Kaurismäkis „I Hired A Contract Killer“ die zweite große Rolle.

Von der „Seeräuber-Jenny“ bis zum „Kanonen-Song“ und der „Ballade vom angenehmen Leben“ – das Publikum liebt diesen Brecht vor allem auch wegen Kurt Weills eingängigen Liedern. Können Sie gut singen?

Doch, ja. Ich bin allerdings kein Sänger. (Volle, sonore Sprechstimme, in die sich immer wieder herzhaftes Lachen mischt.) Wir haben aber hart mit unseren tollen Gesangstrainern gearbeitet: mit Klavier, mit und ohne Orchester und mit den verschiedenen Partnern. Ich selbst kann nicht beurteilen, ob ich mich verbessert habe. Zumindest fühle ich mich sicherer in dem, was ich tue.

Brecht zeigt an dem Straßenräuber Macheath und dem Meistermanipulator und Bettlerkönig Peachum, die sich ja beide wie ehrenwerte Geschäftsleute aufführen, seine Sicht der bürgerlichen Gesellschaft. Gibt es bei Christian Stückl eine Aktualisierung, Anspielungen zum Beispiel auf die kriminellen Machenschaften von Bankern und schamlose Zockerei?

Macheath, der die Tochter Peachums heiratet, landet durch dessen väterliche Rache-Intrigen im Knast und fast am Galgen. Was für ein Typ ist Macheath bei Ihnen?

Einerseits sehr grob und auf der anderen Seite ein Charmeur und eleganter Entertainer. Kein Diskutierer oder Fragesteller, sondern ein Ausrufezeichen. Der schubst erst mal jeden auf die Seite und „hat“ dann diesen Platz, was man nur akzeptieren oder bewundern kann.

Sie haben am Volkstheater mit den Regisseuren Bettina Bruinier, Simon Solberg und Mareike Mikat gearbeitet. Was hat Sie bei wem inspiriert?

Bettina Bruinier kann Sachen sehr gut sehen und vermitteln. Die Figur des Henri Boulanger ist ja am Anfang recht schüchtern. Wie seine ersten Erfahrungen mit einer Frau sich allmählich in einer anderen Körperlichkeit widerspiegeln, ganz ohne Sprache, da hat Bruinier sehr präzise mit mir gearbeitet. Mareike Mikat springt mal gerne auf die Bühne, geht agil in eine Körperlichkeit rein. Ich arbeite gerne körperlich. Da konnte ich direkt andocken. Bei Solberg komme ich in einem afrikanischen Kostüm auf die Bühne, ein bisschen wild – das ist echt eine schöne Sache, dass man in derart verschiedene Charaktere nicht reingeworfen wird, sondern auch reindarf.

Und Stückl? Sie waren ja schon in seinem „Hamlet“ der Laertes.

(Mit gesteigerter Begeisterung.) Wenn er merkt, und das merkt er ganz schnell, dass irgendetwas für irgendjemanden gerade nicht funktioniert, geht er auf die Bühne, versetzt sich selber in die Situation, um rauszufinden, was denn das Problem ist. Wo er ansetzen kann, um den anderen zu helfen. Dann kommt es nicht selten vor, dass er sagt, „Ah ja, richtig, des gehd ned.“ Ich finde, er hat ein Supergespür für das, was zwischen Menschen abläuft – hinter, vor und auf der Bühne.

Die Begriffe körperlich und Körperlichkeit kommen bei Ihnen oft vor...

Ich mache viel Sport. Kampfsport, Handball, Basketball, Volleyball, Federball, Squash, am liebsten Fußball.

Noch andere Hobbys?

Informatik, was ich ursprünglich studieren sollte. Ab und zu schreibe ich kleine Programme. Ich habe mir das selbst beigebracht. Informatik kann auch sehr künstlerisch sein. Aber da heißt es nicht: Das fand ich jetzt recht gut oder nicht so gut. Sondern es heißt: richtig oder falsch. Und das brauche ich manchmal zum Ausgleich – die ganz klare Linie.

Das Gespräch führte Malve Gradinger

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