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Die Münchnerin Ingvild Goetz

Große Geste mit Millionen-Wert

Spektakuläre Kunst-Schenkung an den Freistaat

München - Bayern erwartet eine Kunst-Schenkung im Millionen-Wert. Die Münchnerin Ingvild Goetz will dem Freistaat nach Informationen unserer Zeitung noch heuer 375 Exponate und ihr Museum vermachen.

Pünktlich vor den Landtagswahlen können Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und Kunst-Minister Wolfgang Heubisch (FDP) noch schnell eine gute Nachricht für die Bildende Kunst in Bayern verkünden. Morgen wird vor der Presse zusammen mit der Münchner Sammlerin Ingvild Goetz eine Zusammenarbeit bekannt gegeben, die über das Maß einer Kooperation hinausgeht: Der Freistaat steht vor einer außergewöhnlichen Millionen-Schenkung. Er soll noch in diesem Jahr weite Teile der Kunstsammlung Goetz und auch die zugehörige Ausstellungshalle an der Oberföhringer Straße 103 erhalten. Das erfuhr unsere Zeitung aus Kabinettskreisen. Seehofers Plan hat der Ministerrat intern bereits zugestimmt.

Schon seit einigen Jahren ist die weltweit renommierte Sammlung Goetz mit Videoarbeiten im Haus der Kunst vertreten, das ja in erster Linie vom Staat finanziert wird. Und gerade jetzt läuft die Ausstellung „When Now is Minimal“ im Neuen Museum Nürnberg, das unbekannte Werke aus Ingvild Goetz’ schier unerschöpflicher Schatzkammer bis zum 20. Oktober präsentiert (wir berichteten).

Goetz, Jahrgang 1941, will wohl gezielt ihr Feld bestellen, Ordnung sowie Sicherheit schaffen und hat sich deswegen zu dem Schritt entschlossen. Sie baut die Sammlung seit 40 Jahren auf. Berühmt wurde die Kennerin zunächst durch ihre Werke der Arte Povera. Heute fasziniert Goetz, weil ihr Riecher für aktuelle, auch junge, unbekannte Künstler untrüglich ist. Sie bietet dem Freistaat die Halle in Oberföhring kostenlos an sowie 375 Kunstwerke  – vor allem Filme, Videos, Installationen –, die ihr alleine gehören. Weitere rund 4000 Exponate, die ihr anteilig gehören, sollen über einen Dauerleihvertrag an den Freistaat gehen.

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Für den Kunststandort Bayern sei das eine enorme Bereicherung, heißt es im Kabinett. Nach einer internen Schätzung haben die Arbeiten einen Wert zwischen 20 und 30 Millionen Euro. Das Grundstück mit Gebäude wird auf sechs bis sieben Millionen Euro taxiert. Ingvild Goetz wurde heuer mit dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet.

Christian Deutschländer und Simone Dattenberger

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