Sturmtief fordert Tribut: Jetzt ist eine S-Bahn-Linie unterbrochen

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inkunst-Verein: Sarah Kanes "Zerbombt"

- Sie ist schon erstarrt, noch ehe ihr Gewalt angetan wird. Wie sie so beklommen im Zimmer steht, die Tasche an sich gepresst. Es ist nicht das erste Mal, dass sie in eine gefährliche Situation gedrängt wird, erzählen ihre vorsichtig umherwandernden Augen. Weil sie zu weich ist, zu gefühlvoll: "Du klangst so traurig am Telefon", erklärt Cate die Tatsache, dass sie sich mit ihrem Ex-Freund im Hotelzimmer trifft. Und sich weigert, mit ihm zu schlafen.

<P>Was in Sarah Kanes Stück "Zerbombt" als ungelenkes Ringen zweier einander entfremdeter Personen beginnt, gipfelt im Ausbruch roher, ungebremster Gewalt: Auswirkungen eines - wo auch immer stattfindenden - Krieges, der Entwürdigung des Menschen. Nicht ohne die quälende Handlung stetig weiter in die Tiefe der Bühne und von den Zuschauern fortzurücken, mutet der Bulgare Nikolay Stefanov ihnen das einstige Skandalstück zu. Seine eher schonende Regiearbeit in der Halle 7 des Münchner inkunst-vereins, die erste des 52-Jährigen in Deutschland, kann nur im Ansatz verstören. <BR><BR>Vor der blassgelben Hotelzimmer-Innenansicht, die Valerie Busse mit Aschenbecher auf dem Nachttisch und Rosen in der Ecke errichtet hat, entsteht zwischen dem todkranken Ian und der einfältigen Cate eine atemlos machende Zudringlichkeit. Es ist dem Spiel Thorsten Krohns und Hille Beselers zu verdanken, dass diese Szenen, zwischen Zärtlichkeit und Abscheu hin- und hergezerrt, eine solche Schärfe erhalten, dass die nur ahnbare Vergewaltigung so deutlich im Raum steht. Ab Mitte des Stücks geht dieser schreckliche Sog verloren. Wenn Jochen Strodthoff nämlich mit dumpfem Geblöke nur eine Karikatur des Bosnien-Soldaten abgibt anstelle der personifizierten Unmenschlichkeit. Und wenn das selbst Grauen erregende Aufbegehren dieses Stückes gegen das Grauen sachte auströpfelt.<BR><BR>Bis 21. September. Telefon 089/ 53 29 78 29.</P>

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