Innere Stille

- "Fast etwas Klösterliches" habe diese Reihe. Denn selten habe er "so viel innere Stille" erfahren, begeistert sich Reinhold Baumstark, Chef der Staatsgemäldesammlungen. Eines seiner Häuser, die Pinakothek der Moderne, beherbergt nun schon in der dritten Saison eines der erfolgreichsten Münchner Konzertprojekte: die "Nachtmusik der Moderne" des Münchener Kammerorchesters.

Auch in dieser Spielzeit gibt es drei Abende in der akustisch dafür hervorragend geeigneten Rotunde. Und dank der großen Nachfrage bleibt es beim bisherigen Konzept: Gespielt werden also, passend zu den Werken in der dritten Pinakothek, Kompositionen des 20. und 21. Jahrhunderts. Beginn ist um 22 Uhr, schon ab 21 Uhr können die Besucher durch die Ausstellungsräume flanieren oder an der Konzerteinführung teilnehmen.

Erstes Konzert morgen mit Werken von Frank Martin

Die drei Abende der Saison 2005/ 06 werden von Christoph Poppen dirigiert und bieten Porträts von Frank Martin (1890-1974), Valentin Silvestrov (geboren 1937) und Sofia Gubaidulina (geboren 1931). Beim ersten Termin am morgigen Samstag ist überdies der Chor des Bayerischen Rundfunks unter der Leitung seines frisch gekürten Chefs Peter Dijkstra dabei. Aufgeführt werden unter anderem Frank Martins "Etudes für Streichorchester", Lieder des Ariel aus Shakespeares "Sturm" und "Polyptyque" für Violine und zwei Streichorchester.

Erst in den letzten Jahren wurde der ukrainische Komponist Valentin Silvestrov entdeckt, dessen Werke am 11. Februar 2006 vorgestellt werden. Laut Poppen ranken sich die vor allem um das Thema Abschied, Cellistin Anja Lechner bekannte, es sei "die leiseste Musik, die ich kenne". Den Abschluss der Reihe bildet ein Abend über Sofia Gubaidulina (29. April). Im Zentrum stehen ihre "Sieben Worte", die sich an der Karfreitagsliturgie orientieren.

Dass die "Nachtmusik der Moderne" auch 2006/ 07 fortgesetzt wird, steht wohl fest. Eine Ausweitung auf vier oder fünf Konzerte lehnt Poppen aber ab. "Man schüttelt so etwas nicht aus dem Handgelenk", sagt er. "Die Reihe soll einfach etwas Besonderes bleiben." Immerhin haben inzwischen Komponisten-Stars wie Wolfgang Rihm und Jörg Widmann angekündigt, dass sie für die Rotunde und das darin spielende Kammerorchester Stücke maßschneidern wollen. Am Geld für die Auftragswerke, so Baumstark und Poppen, soll's offenbar nicht fehlen.

Karten (auch im Abo) unter 089/ 54 81 81 81.

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