Inspiration durch Poesie

- "Spannend wie ein Kriminalroman" werde Mozarts Adagio in c-moll und Fuge KV 546 erklingen, versprach Christoph Poppen. Denn unter seiner Leitung eröffnete das Münchener Kammerorchester im Literaturhaus die 14. Internationale Frühjahrsbuchwoche, die diesmal die Wortbeiträge ihrer Autoren mit einem Meer von Klängen umgibt. Über die wagen Vermutungen des unkünstlerischen Laien hinaus sollen hier das Zusammenwirken von "Literatur & Musik", ihre Funktion als gegenseitiger Inspirationsquell einmal professionell erkundet werden.

<P>Schließlich habe sich, wie OB Christian Ude stolz hervorhob, das größte Literaturfestival in Bayern gerade durch die Themenschwerpunkte seinen besonderen Ruf in der deutschen Literaturszene geschaffen. Trostpflaster für eine Stadt, die "noch nicht" eine renommierte Buchmesse beheimate. Bei aller Liebe zum Wort: Spannender als ein Eröffnungsreden-Reigen war der konzertante Auftakt durch das Kammerorchester allemal. Wenn die Akustik im Literaturhaus-Saal, der nun einmal auf Lesungen getrimmt ist, nicht gar so sehr die Orchesterklänge in einzelne Tonbeiträge zerlegt hätte, dann wäre aus Mozarts Fugen-Studie wirklich ein aufregendes Erlebnis geworden. So aber ähnelte eher der Gewaltakt, mit dem hier eine Musikbühne geschaffen wurde, einem Kriminalfall. Zum Sisyphus-Musizieren _ unermüdliche präzise Gestaltungskraft versickerte unentfaltet im Raum - geriet neben Mozarts Adagio auch Janá´ceks Streichquartett Nr. 1, das thematisch auf Leo Tolstois Erzählung "Kreutzersonate" zurückgriff. Und mit ihrem schönen, geschmeidigen Sopran mühte sich Juliane Banse bei Benjamin Brittens "Les Illuminations" op. 18 ab, denen ebenfalls eine Wortschöpfung zugrunde lag, nämlich Lyrik von Arthur Rimbaud.</P><P>Bleibt Autoren und Interpreten für die Veranstaltungen bis 15. März zu wünschen, dass sie in Räumen zuhören sind, die ihren Werken mehr schmeicheln. <BR> </P>

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