Intendant mit Aussicht

- Es war eine Vorstellung der nicht ganz gewöhnlichen Art: die Silvester-"Fledermaus" im Münchner Nationaltheater. Neben gewohnt guter Besetzung in den Solopartien - Gabriele Fontana als Rosalinde, Thomas Allen als Eisenstein, Diana Damrau als Adele und Jörg Hube als Frosch - wurden dem letzten Tag im Jahr angemessen allerlei Extras geboten. Bei ihrem Abstecher ins Klassikfach sahnte erwartungsgemäß natürlich wieder die Biermösl Blosn ab.

Von ganz neuer Seite zeigte sich seinem Publikum der Chef des hohen Hauses: Peter Jonas demonstrierte in einer tollen Tanznummer seine besondere Form der Leidensfähigkeit und bewies als Fakir, dass einem um ihn, einen Mann mit Aussicht, nicht bange sein muss für seine Nach-Intendantenzeit. Derart erheiternd entließ die Staatsoper schließlich ihre Zuschauer ins Jahr 2005. Dort angekommen, wurden sie am Neujahrsvormittag - zusammen mit unzähligen anderen TV-Konzert-Konsumenten - von den Wiener Philharmonikern unter Lorin Maazel begrüßt. Ihr traditionelles Neujahrskonzert ist in diesem Jahr von der Flutkatastrophe in Asien überschattet worden. Um ihre Sympathie mit den Opfern auszudrücken, spendete das Orchester den Erlös eines der beiden Vorkonzerte in Höhe von 115 000 Euro an die WHO. Wegen der Welt umspannenden Trauer beendeten die Wiener ihr Neujahrskonzert erstmals nicht mit dem traditionellen Radetzky-Marsch. Übrigens: 2006 soll das Neujahrskonzert von Mariss Jansons, dem Chef der BR-Symphoniker, geleitet werden.<BR>

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