Intendantenpleite an der Staatsoper

- Viel verbale Prügel hat er in den letzten Tagen abbekommen. Bei der Suche danach, wer denn Schuld sei an der Intendantenpleite der Bayerischen Staatsoper, kam an Ex-Kunstminister Hans Zehetmair (CSU) niemand vorbei. Er hatte Christoph Albrecht zum Nachfolger von Peter Jonas gekürt, er hatte ihn mit Kent Nagano, dem zukünftigen GMD der Staatsoper und Nachfolger Zubin Mehtas, zusammengespannt. Nun ist das Duo geplatzt, Albrecht verzichtet auf seinen Amtsantritt 2006. Den Rücktritt wird der Staat ihm wohl vergolden müssen (wir berichteten).

<P class=MsoNormal>Was haben Sie zu alldem zu sagen?<BR>Zehetmair: Was jetzt vor sich geht, hat mit mir nichts zu tun. Da müssen sich Dinge ereignet haben, die ich nicht kenne. Hinter vorgehaltener Hand allerdings höre ich öfters: Es war Kent Nagano, der die Trennung betrieb.</P><P class=MsoNormal>Zwei Jahre nach der gemeinsamen Vertragsunterzeichnung? Erstaunlich, dass Sie damals, 2003, die beiden überhaupt zusammen verpflichtet haben.<BR>Zehetmair: Nagano und Albrecht hatten sich von Anfang an nicht verstanden, aber dann fand eine Aussprache statt, und Nagano gab grünes Licht. Nachdem der Konsens hergestellt war, sah ich keinen Hinderungsgrund mehr. Ich hatte damals nur einen Ehrgeiz - und das war Kent Nagano.</P><P class=MsoNormal>So sind die Vorwürfe gegen Sie also berechtigt . . .<BR>Zehetmair: Ich ertrage das. Aber der Zustand, wie er sich jetzt herausgestellt hat, war damals nicht abzusehen.</P><P class=MsoNormal>Was halten sie von Klaus Bachler, dem Wiener Burgtheater-Chef, als zukünftigen Intendanten der Bayerischen Staatsoper?<BR>Zehetmair: Die Namen, die jetzt im Umlauf sind, wie eben Bachler, die hatte ich auch schon alle gehandelt. Es ist ja noch viel schwieriger, einen Intendanten zu finden als einen Generalmusikdirektor. Vielleicht wechselt ja der Zehelein eh rüber. (Klaus Zehelein, derzeit Stuttgarter Opernchef, ist vertragsmäßig ab 2006 Präsident der Bayerischen Theaterakademie - Anm. d. Red.).</P><P class=MsoNormal>Das Gespräch führte Sabine Dultz</P>

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