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Matt Damon

Neuer Film „Elysium“

Interview zum Kinostart mit Matt Damon

München - Matt Damon spricht im Interview mit dem Münchner Merkur über seinen neuen Film „Elysium“, Justin Biebers Weltraumflug und seine Erwartungen für die Zukunft.

Wir treffen Matt Damon am ersten schönen Sommertag in Berlin – er ist in der Stadt, weil er hier für George Clooneys Nazidrama „The Monuments Men“ vor der Kamera steht. Ab Donnerstag kann man ihn erst einmal in dem Science-Fiction-Thriller „Elysium“ auf der Kinoleinwand erleben. Der 42-jährige Hollywoodstar begrüßt uns in glänzender Laune („Ist das heute nicht ein unglaubliches Wetter?“) und erweist sich einmal mehr als umgänglicher, geistreicher und witziger Gesprächspartner.

In „Elysium“ sind Sie als Kampfmaschine mit Ihrem kahl rasierten Schädel, den vielen Tattoos und den Muskelbergen kaum zu erkennen…

Ja, als ich Regisseur Neill Blomkamp zum ersten Mal traf, hatte er sämtliche Szenen seines „Elysium“-Drehbuchs bereits zu einer kompletten Graphic Novel verarbeitet. Ich war völlig fasziniert von den Welten, die er da geschaffen hatte. Und als ich die Bilder meiner Filmfigur sah, dachte ich: „Wow, so einen Typen habe ich noch nie gespielt. Ich bin dabei!“

Reizt Sie diese Art von Verwandlung als Schauspieler?

Nein! Die Transformation bei „Der Informant!“ war mir viel lieber – da durfte ich mir nämlich 20 Kilos anfuttern. Bei „Elysium“ hingegen musste ich monatelang hungern und täglich vier Stunden lang ein verschärftes Fitnesstraining absolvieren, gegen das die „Bourne“-Vorbereitung ein Kinderspiel war. So etwas mache ich wirklich nur für einen Film. Wie unfassbar eitel muss man sein, um das für sich selbst zu tun? Noch deprimierender fand ich allerdings den grausamen Diätzwang. Wenn ich mir nicht einmal nach Feierabend ein Bier genehmigen darf, werde ich richtig grantig. Ich esse und trinke nun einmal gerne, und weil meiner Frau ein paar zusätzliche Pfunde nichts ausmachen, fällt es mir schwer, mich zu motivieren.

Was hat Ihre Frau denn zu Ihrem durchtrainierten Körper gesagt?

Nun, sie hat es schon genossen, ein paar Monate mit diesem Muskel-Typen zusammenzuleben – bis irgendwann der alte Matt zurückkam. Ich denke, sie schätzt die Abwechslung. Nun werde ich versuchen, sie von dem Kerl aus „Der Informant!“ zu überzeugen. Der entspricht nämlich am ehesten meinem Naturell.

Würden Sie gern einmal wie in „Elysium“ ins All fliegen, um die Erde von oben zu sehen? Justin Bieber hat angeblich schon einen Weltraumflug gebucht…

Also, wenn es darum geht, Justin Bieber ins All zu schießen, dann würde ich ihm liebend gerne das Ticket spendieren! Aber für mich wäre das nichts. Mir reicht es völlig, wenn ich die Aufnahmen aus dem All sehen darf. Das ist billiger. Und sicherer!

Der Film zeichnet ein sehr düsteres Zukunftsbild. Teilen Sie diese pessimistische Weltsicht?

Nein, gar nicht. Ich muss zugeben, dass die technologische Entwicklung Anlass zur Sorge gibt: Sogar für kleine Gruppen wird es immer leichter, der gesamten Menschheit katastrophalen Schaden zuzufügen. Andererseits bietet der Fortschritt der Technologie auch große Chancen: Im Laufe der vergangenen Jahrhunderte hat sich die Lebensqualität kontinuierlich erhöht. Es geht uns heute viel besser als unseren Vorfahren – vor 200 Jahren hatten sogar die reichsten Menschen eine geringere Lebenserwartung als heute die Ärmsten der Armen. Insofern blicke ich voller Hoffnung in die Zukunft. Ich bin einfach der geborene Optimist. Dass ich vier Töchter habe, ist kein Unfall – ich habe viel darüber nachgedacht, ob ich überhaupt Kinder in diese Welt setzen möchte. Und meine Antwort war: Ja!

Apropos Kinder: Der Bub, der Ihre „Elysium“-Filmfigur im Kindesalter spielt, ist Ihnen wie aus dem Gesicht geschnitten. Sind Sie mit ihm verwandt?

Tja, weiß man’s? Tatsächlich sieht er mir ähnlicher als ich selbst in jenem Alter! Ich konnte es kaum fassen, als ich ihn sah. Und ich habe mich unwillkürlich gefragt, wo ich neun Monate vor seiner Geburt war…

Das Gespräch führte Marco Schmidt.

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