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Einmal recht freundlich bitte: Die Bandmitglieder von Ghost posieren mit ihren Masken.

Band kommt ins Kesselhaus

Ghost-Gitarrist im Interview: Darum tragen wir die Masken

München - Die Metal-Punkband Ghost kommt im April nach München. Vor dem Auftritt im Kesselhaus spricht Gitarrist Ghoul über die Idee hinter dem Projekt und Zukunftspläne.

Der Sänger, Papa Emeritus, trägt Totenmaske, die Musiker Teufelsmasken. Die Musik von Ghost, so der Bandname, ist eine Mischung aus progressivem Metal mit Punkelementen und düsteren Texten. Damit stehen sie regelmäßig in den Charts ganz oben. Soeben erschien die EP Popestar, am 23. April treten Ghost im Kesselhaus auf. Von einem der namenslosen Gitarristen, einem der nameless ghouls, erfuhren wir beim Telefonat, wer hinter der Band steckt - fast.

Tragen Sie auch am Telefon Maske?

Ghoul: Natürlich nicht. Das mit den Masken wird meistens falsch interpretiert. Es geht nicht ums Verkleiden. Es geht um die Anonymität. Aus dieser heraus kann man ganz anders Musik machen.

Für Musiker, die von der Anbetung der Fans leben, kann das hart sein…

Ghoul: Das ist tatsächlich ein Problem bei diesem Projekt. Für viele Musiker ist das nicht befriedigend. Deshalb hatten wir auch schon viele Wechsel. Zehn inzwischen. Andererseits kann man auf diese Weise aus der eigenen Künstlerrolle steigen und sich ein wenig objektiver betrachten. Man sieht sich nie so, wie die anderen einen sehen. Und man sieht immer nur das, wie man sein wollte. Das ist für viele ein Problem.

Und für Sie?

Ghoul: Ich habe das ganze Projekt ja geschaffen. Ich arbeite seit sechs Jahren daran, komponiere, entwerfe die Bühnenshow, gebe Interviews. Ich fühle mich anerkannt. Das ist für andere schwieriger.

Bei zehn Wechseln: Hätte man das am Sound nicht hören müssen?

Ghoul: Nein, es ist ja alles festgelegt. Letztendlich ist Ghost wie ein Theaterstück. Wenn man den Faust sieht, erwartet man ja auch nicht, dass der Text verändert wurde.

Stammt alles von Ihnen?

Ghoul: Ich würde sagen: So um die 95 Prozent. Es ist eine feste Komposition, auch die Soli sind geschrieben. Aber natürlich gibt es auch Vorschläge von den anderen Musikern.

Wie würde Ihr nächstes Konzept aussehen?

Ghoul: Ghost ist klar umrissen. Persönlich hätte ich manchmal aber auch wieder Lust, einfach in einer Band Gitarre zu spielen. Momentan ist das aber schwierig, weil Ghost meine ganze Zeit in Anspruch nimmt. Ich bin wie ein CEO mit Angestellen (lacht). Als ich damit anfing, dachte ich natürlich nicht daran, was daraus werden könnte.

Also kein Projekt, in dem es um Engelchen geht, zum Beispiel?

Ghoul: Nein, keine Engel (lacht). Ich habe noch sehr viele Dinge im Hinterkopf für das Ghost-Projekt.

Interview: Antonio Seidemann

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