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M it dem Oberbayrischen Kulturpreis ausgezeichnet: Günther Sigl feiert mit der Spider-Murphy-Gang Hit auf Hit.

Sänger der Spider-Murphy-Gang

Interview mit Sänger Sigl: „Bairischer Dialekt kommt überall gut an“

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Die Spider-Murphy-Gang ist mit dem Oberbayerischen Kulturpreis ausgezeichnet worden. Im Interview verrät Sänger Günther Sigl, wie es für die Band weitergeht.

München - „Skandal im Sperrbezirk“, „Schickeria“ oder „Sommer in der Stadt“: Seit 40 Jahren sind die Songs der Spider-Murphy-Gang ein Klassiker auf Partys und Volksfesten. Am Sonntag wurde die Band gemeinsam mit der Schauspielerin Bettina Mittendorfer in Haar (Kreis München) mit dem Oberbayerischen Kulturpreis ausgezeichnet. Damit ehrt der Bezirk jedes Jahr Persönlichkeiten, die sich besonders um das kulturelle Leben in der Region verdient gemacht haben. Im Gespräch verrät Sänger Günther Sigl (70), was ihn an dem Preis besonders freut und wie es mit der Band weitergeht.

Was bedeutet der Gewinn des Oberbayrischen Kulturpreises für Sie?

Sigl: Wenn man einen Preis in der Heimat bekommt, ist das natürlich etwas Besonderes. Oft gilt der Prophet im eigenen Land nichts, da freut uns die Auszeichnung besonders. Wir sind viel in anderen Ländern unterwegs, da sind wir ja auch Botschafter für Bayern.

Sie bezeichnen sich selbst als „bayerische Band“. Was bedeutet für Sie das bayerische Lebensgefühl?

Sigl: Wo soll ich denn da anfangen? Natürlich gehören da die klassischen Dinge dazu, über die wir immer wieder singen, zum Beispiel ein gemütlicher Biergartenbesuch oder die Isar. Aber zu Bayern gehört genauso das Granteln. Manche Fremde müssen sich daran vielleicht erst einmal gewöhnen. Trotzdem kommt der bairische Dialekt überall gut an.

Die Spider Murphy Gang aber hat zu Beginn der Karriere gar nicht auf bairisch gesungen.

Sigl: Wir haben mit 1977 mit amerikanischen Sound in englischer Sprache angefangen. Der Moderator Georg Kostya hat uns dann fürs Radio engagiert und dazu gebracht, bairisch zu singen.

Was die richtige Entscheidung war.

Sigl: Auf jeden Fall. In der eigenen Sprache kann man ganz anders seine Gefühle ausdrücken. Wenn wir zum Beispiel vom „Frosch im Hois und Schwammerl in de Knia“ singen, dann ist das unser eigenes Erleben. Wir dichten keine Fantasietexte, alle Geschichten sind aus unserem Leben gegriffen. Die Leute können sich damit identifizieren, damit haben wir einen Nerv getroffen.

„S’Leben is wia a Traum“ heißt ein Song der Band. Sehen Sie persönlich das auch so?

Sigl: Ich hab mit 15 Jahren angefangen, Gitarre zu spielen. Dass ich jetzt mit der Musik noch immer das machen kann, was ich am liebsten will, ist das Schönste überhaupt. Es ist wirklich ein Traum für mich.

Worauf blicken Sie in der 40-jährigen Bandgeschichte besonders gerne zurück?

Sigl: In den 70er Jahren haben wir in München in den Ami-Klubs gespielt, das war ein bisschen wie im Ausland. Damals hat man schon gemerkt, dass den Leuten unsere Musik Spaß macht. Das war eine schöne Zeit.

Jetzt singen Sie „I ziags net aus meine Rock’n’Roll Schuah“. Hält die Band, was sie im Lied verspricht?

Sigl: Jetzt feiern wir im Oktober erst einmal unser 40-jähriges Bestehen mit einem großen Jubiläumskonzert. Dann hoffen wir, dass wir alle gesund bleiben und nehmen das 50-Jährige in Angriff. Wir machen weiter Musik.

Interview: Claudia Schuri

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