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„De Gschicht vom Brandner Kasper“ hat Jan Reiser als Comic gestaltet. Sein Buch ist in der „edition buntehunde“ erschienen.

Irdische Klänge für den Brandner Kasper

Halfing - Christian Auer macht für das Immlinger Festival aus der Zockerpartie des bayerischen Helden mit dem Tod eine Oper.

Es gibt das Buch. Es gibt das Theaterstück. Es gibt unzählige Inszenierungen, Filme und auch Comics. Aber eine Oper über den Brandner Kasper? Gibt es nicht. Bis jetzt, denn sie liegt in den letzten Zügen. Darauf einen doppelten Kerschgeist! Das Opernfestival auf Gut Immling wird im kommenden Jahr „Der Brandner Kasper – eine bairische Oper“ servieren, mit Musik und Text eines Münchner Duos: Christian Auer (Musik) und Karl-Heinz Hummel (Text). Und weil die beiden waschechte Atheisten sind, wird dieser Brandner etwas anders, als man sich ihn so vorstellt. Wir sprachen mit dem Komponisten Christian Auer, der an der Musikhochschule bei Enjott Schneider studiert hat.

Wie klingen die letzten Takte Ihrer Oper – verklärt und leise, oder triumphierend laut?

Sie klingen irdisch. Weil das Paradies für uns nicht im Himmel liegt, sondern hier. Das macht die Geschichte nicht weniger wunderbar und anrührend. Bei uns ist alles nach dem Karteln zwischen Brandner und Boandlkramer Fantasie.

Das heißt?

Bei uns stirbt der Brandner Kasper im geschlossenen Raum während des Kartelns – dadurch ist die Ordnung wiederhergestellt.

Wie passt das zum Stück?

Es ist doch so: Wir leben über die Zeit. Also wir versuchen uns am ewigen Jugendwahn, wollen das Schicksal aufhalten. Und Brandner? Der hat sein Leben künstlich verlängert, fühlt sich aber nicht wohl. Seine Söhne sterben, die Frau ist schon lange tot – und er hat sämtlichen Lebenssaft verloren. Der Brandner endet bei uns also so, wie es ursprünglich vorgesehen war.

Wie wird die Musik klingen?

Ich komme aus der Film- und Unterhaltungsmusik, es wird also nicht abgehoben werden. Man kann ja immer nur das machen, wo man herkommt. Ich baue Volksmusik- und Rock-Elemente ein, allerdings ohne elektrische Instrumente oder Schlagzeug. Es wird ein ganz normales Orchester, allerdings ist auch Hackbrett dabei. Die Bläser überwiegen, sind rhythmischer Motor, die Streicher sorgen vor allem für Klangfarben. Aber: Ich bin kein „Tümler“, es ist echte Volksmusik – und ich bin auch kein Freund von Kitsch.

Wird Bairisch gesungen?

Ja, es ist eine Art Kunstbairisch, wie es schon in Werken von Carl Orff besteht. Und die Klangfarbe der Sprache prägt natürlich auch die musikalischen Farben. Ich glaube, dass das relativ originell ist, was wir machen.

Wie lange wird die Oper dauern?

Wir haben zweieinhalb Stunden angepeilt, derzeit feilen wir mit der Regisseurin Cornelia von Kerssenbrock am letzten, dritten Akt. Zwei Drittel des Stücks sind mit, ein Drittel ohne Musik. Und einen Kinderchor gibt’s auch, der im Himmel tibetanische Klangschalen hält. Es wird ein Stück weit Multikulti.

Das Gespräch führte Matthias Bieber.

Das 16. Opernfestival

auf Gut Immling findet im kommenden Jahr vom 22. Juni bis 19. August statt. Der Vorverkauf hat begonnen, Infos und Karten gibt‘s unter Telefon 08055/ 90 340. Der „Brandner Kasper“ läuft am 6., 15., 21. Juli und 9. August.

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