+
Bruce Dickinson, Frontmann von Iron Maiden und Hobby-Pilot.

Band-Portrait vor Rockavaria-Konzert

Iron Maiden: Was Sie über den Headliner heute wissen sollten

  • schließen

München - In 40 Jahren haben sich Iron Maiden einen Kult-Status unter den Hardrockern erspielt. Auch beim Rockavaria lassen es die Briten heuer wieder mächtig krachen. Ein Kurzporträt.

Fliegerbombensirene! So ein derbes Wort, so ein Wahnsinns-Klang. Bruce Dickinson, der sich wegen seiner musicaltauglichen Äther-Stimme irgendwann mal diesen Spitznamen eingehandelt hat, gilt als einer, der die Töne bis zum Ende der Milchstraße hochschrauben kann. Überhaupt sind er und Iron Maiden nach 40 Jahren Bandgeschichte längst überirdisch geworden. Wo sie hinkommen, kreisen Köpfe bis zur Nackenstarre, werden Refrains auf straffe Bierbäuche getrommelt. Maiden, das ist melodischer Heavy Metal at it's best.

Als Sonntags-Headliner des Rockavaria-Festivals sind die Briten sowas wie der goldene Strohhalm im abgespeckten Band-Programm. Zwar haben sie es kommerziell nie auf Höhe des Vorjahres-Topacts Metallica geschafft; da fehlte einfach ein massentauglicher Hit. Aber darum schert sich der Metaller an sich wenig. Außerdem gelten einige Maiden-Lieder als Klassiker des Genres - das Durchstarter-Album „The Number of the Beast“ ist voll mit Beispielen.

Neben Dickinson, der – aber das nur nebenbei – die bandeigene Boeing 747 gerne selbst fliegt, ist Bassist und Bandgründer Steve Harris das Maiden-Aushängeschild. Möglich, dass er inzwischen welker aussieht als das Band-Maskottchen Eddie. Aber sein Bassspiel ist legendär. Kaum einer quält den vier Saiten höhere Tonlagen ab. Überhaupt gilt die Musik der sechs Bandmitglieder – die Briten leisten sich drei Gitarristen! - als technisch anspruchsvoll – hier wird nicht grob geschrubbt, hier wird fein geschraubt.

Die Lust daran haben sie, trotz einer wechselhaften Besetzungs-Geschichte, nie verloren. Der Beleg ist das aktuelle Album „The Book of Souls“. Anspielungsreiche, dichte Texte, verpackt in zunehmend progressiven Arrangements. Im Schnitt ist ein Song acht Minuten lang – viel Raum für musikalische Raffinesse. Und viel Zeit den Körper mit der ganzen stromdurchzuckten Epik dieser Musik füllen.

Zum Anschauen und Freuen: Bilder vom Rockavaria-Samstag

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

„Idomeneo“ in Nürnberg: Dunkles Märchen für Erwachsene
Selbst der grausigste Tragödienbrocken bekommt bei Regisseur David Bösch etwas Verspieltes. Sein Nürnberger „Idomeneo“ überwältigt vielleicht nicht, wirkt aber trotzdem …
„Idomeneo“ in Nürnberg: Dunkles Märchen für Erwachsene
Belle and Sebastian: Die Glücklichmacher aus Glasgow
Belle and Sebastian verzaubern München: Beim ausverkauften Konzert der Glücklichmacher aus Glasgow in der Muffathalle galt einmal mehr: „Love is in the Air“.
Belle and Sebastian: Die Glücklichmacher aus Glasgow
Schwere Vorwürfe gegen die Tiroler Festspiele
Den Tiroler Festspielen wird Ausbeutung, Lohndumping und Machtmissbrauch vorgeworfen. Mittlerweile hat Gustav Kuhns Festival Klage erhoben.
Schwere Vorwürfe gegen die Tiroler Festspiele
Martin Grubinger: Mit Musik gegen den braunen Sumpf
Martin Grubinger gastiert beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks mit einem Schlagzeugkonzert des Finnen Kalevi Aho. Musikalisches und Politisches fließen da …
Martin Grubinger: Mit Musik gegen den braunen Sumpf

Kommentare