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Die Irrfahrten des Lebens

Das Tanz-Gespräch mit Peter McCoy: - Er gehört zur Münchner Tanzszene: der US-Amerikaner Peter McCoy. Und er ist ein gefragter Solist, Pädagoge und Choreograph. Heute und morgen präsentiert er im Münchner i-camp seinen Abend für elf Tänzer.

Ein Sitz-Beruf wäre für den Amerikaner Peter McCoy nie in Frage gekommen. Weil er als kleiner Junge so unruhig war, schickte ihn seine Adoptiv-Mutter zum Tanzunterricht. Es war Bestimmung. Mit seiner Ausbildung in der Alvin-Ailey- und der Martha-Graham-Schule in New York, mit seiner ganz individuellen Dynamik ist er ein gefragter Künstler etwa in der Schweiz, Österreich, Frankreich - und seit 2002 auch in München.

Das Energiebündel McCoy ist übervoll von Leben - von schlimmen frühkindlichen und -rassistischen, aber auch immer wieder guten Erfahrungen: wie etwa das Stipendium für die Ailey-Schule, wie die Einladung Patrick Duponds, in seiner Gala in Cannes zu tanzen. Oder wie die Hilfestellung des Mainzer Ballettchefs Martin Schläpfer. "Ihm habe ich zu verdanken, dass ich am Theater Koblenz meine ‚Totentänze’ choreographieren konnte", erzählt McCoy. Ein Glücksfall auch seine erste Lehrerin daheim in Long Island: "Das wirklich Wesentliche habe ich schon bei ihr gelernt."

McCoys jetzt zu sehende Stücke scheinen unmittelbar aus seiner Biografie heraus entstanden. "Errance", 2001 für das Pariser Théâtre Triano, thematisiert die menschlichen Lebens-Irrfahrten. Zu dem neuen "Beyond words" meint McCoy: "Manche Dinge kann man nicht mit Sprache erklären. Man muss versuchen, jenseits der Worte vorzudringen. Es gibt rein abstrakte Sequenzen. Dazwischen schieben sich solche, die etwas über eine Vater-Kind-Beziehung erzählen - kurze traumartige Momente, die aus dem Dunkel hervorscheinen wie aus dem Unterbewusstsein." Es ist wohl, unausgesprochen, eine Hommage an seine fünfjährige Tochter. "Alles, was ich tue - tanzen, choreographieren - tue ich für sie", sagt er an anderer Stelle.

Dankbar ist er den Institutionen, die seinen Abend finanziell unterstützen, wie Birgitta Trommlers Schwabinger Tanzprojekt, wo er auch unterrichtet: "Meinen eigenen Modern-Dance-Stil. Da ist mehreres drin, Graham, Kung-Fu, Yoga und afrikanische Bewegungselemente." Mit Blick auf seine Rasta-Löwenmähne dann die Frage, ob er denn dieser afroamerikanischen Religion angehöre.

"Wenn Sie ein friedfertiger Mensch sind, sind Sie auch ein Rastafari," kontert McCoy. Die "dreadlocks", wie die geflochtenen Zöpfchen heißen, seien die Wurzeln eines Baumes. "Sie gehen tief in die Erde, so dass der Baum fest verankert ist. Meine Religion ist Liebe, ob sie nun Christus, Krishna oder Buddha predigt. Das Bemühen, zu geben und etwas im Leben zu schaffen."

18. und 19. Mai.

i-camp, Entenbachstr. 37, Telefon 089/ 65 00 00.

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