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Isar-Philharmonie für München?

München - In die Diskussion um einen neuen Konzertsaal für München kommt Bewegung. Wie der Münchner Merkur (Mittwoch) berichtet, ist neuer Standortfavorit das Deutsche Museum.

Ella Fitzgerald und Maria Callas sind hier aufgetreten, auch Herbert von Karajan, vor allem aber die Münchner Philharmoniker und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Für Letzteres könnte das Deutsche Museum nun die langersehnte Heimat bieten.

Offiziell sind für einen möglichen neuen Saal noch zwei Standorte in der Debatte: Am gestrigen Dienstag hat die Arbeitsgruppe, die seinerzeit von Kunstminister Wolfgang Heubisch (FDP) ins Leben gerufen wurde, ihre Beratungen beendet. Heubisch werden dem Vernehmen nach nun zwei Vorschläge unterbreitet: der frühere Kongresssaal und ein Areal am Circus Krone. Finanzgarten und Museumsquartier sind damit offenbar aus dem Rennen. Insgesamt 15 Standorte waren in der Diskussion.

Dass am Ende das frühere Forum der Technik übrig bleibt, gilt dabei als ausgemacht – zumal Heubisch selbst mittlerweile diese Lösung vehement unterstützt. Der Minister hatte zuvor den Standort an den Pinakotheken favorisiert. Doch nicht nur der Arbeitsgruppe ist inzwischen klar geworden, dass sich dieses Areal besonders der dürftigen Verkehrsanbindung wegen nur bedingt eignet.

Die Befürworter des Kongresssaales können viele Argumente vorweisen. Ohnehin muss das Deutsche Museum für insgesamt 400 Millionen Euro saniert werden. Im Zuge dieser umfangreichen Maßnahmen könnte eine neue Halle gleich mit eingerichtet werden. Unter Umständen kommt diese Lösung auch billiger als ein Neubau, wie er an allen anderen Standorten notwendig gewesen wäre.

Im Ministerium rechnet man damit, dass die Einrichtung eines Konzertsaales auf der Isar-Insel gute 150 Millionen Euro kostet. Hohe juristische Hürden müssen dabei nicht genommen werden: Auf diesem Areal existiert bereits Baurecht für einen Saal. Eröffnet wurde der legendäre Kongresssaal im Jahre 1935. Als 1985 die Philharmonie in Betrieb genommen wurde, verlor er schlagartig an Bedeutung, 1992 wurde dort daher das Forum der Technik mit Imax-Theater und Planetarium eingebaut. Doch auch diese Nutzung, ebenso die spätere als digitales Kino mit kleinerer Halle brachte nicht die erwünschte Nachfrage.

Bis zum Jahresende rechnet Heubisch mit einer endgültigen Einigung auf einen Standort. „In sechs bis sieben Jahren“, so hofft der Kunstminister, könne dann das Eröffnungskonzert im neuen Saal stattfinden: Auch wegen der schnelleren Realisierbarkeit setzen die Entscheidungsträger aufs Deutsche Museum.

Nach der Festlegung auf den Standort wäre der nächste Schritt eine Machbarkeitsstudie, danach erst käme es zu einem Architektenwettbewerb. Vor allem aber warten alle Beteiligten auf ein Wort aus der Staatskanzlei. Im Januar 2009 hatte Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) verkündet: „Ich möchte dieses Projekt.“ Und: „Wir müssen jetzt alle Hebel in Bewegung setzen, um es möglich zu machen.“ Schon demnächst, so glauben die Beteiligten, dürfte Seehofer mit einer ähnlichen Äußerung an die Öffentlichkeit treten – dann freilich gemünzt aufs Deutsche Museum.

Die Festlegung auf einen Standort gilt auch als Signal für mögliche Sponsoren. Immer wieder wurde von den Saal-Fans kolportiert, dass zahlungswillige Firmen und Privatpersonen ihr Geld nur zurückhalten, weil sie noch nicht wissen, wie und wo das Projekt realisiert werden soll.

Dass das Isar-Areal erst jetzt aktuell wird, dürfte manchen verwundern – zumal viel für diese pragmatische Lösung spricht. Wobei der Nachwuchs vor zwei Jahren schon weiter war: Bei einer Aktion, wie man das Deutsche Museum fit für die Zukunft machen könne, hatten drei Architektur-Studenten den passenden Vorschlag parat – einen Konzertsaal mit 2200 Plätzen.

Markus Thiel

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