Ein italienischer Traum

- Bleib immer auf geraden Wegen, das Krumme bringt Verdruss. Zu Besuch bei seinem Onkel Grillo und mit diesem auf einem Waldspaziergang, nerven den kleinen Carlo solche Mahnungen. Als ihm das gerissene Fuchs/Kater-Gaunerpaar begegnet, folgt er lieber dessen Einladung. Was gibt's Besseres auf Erden, als ein Vagabund zu werden? Carlos Abenteuer beginnen.

<P>Das erfolgreiche Gespann Rudolf Herfurtner (Text) und Wilfried Hiller (Musik) machte aus Carlo Collodis 1881 entstandener, lehrreicher Geschichte von den Erlebnissen der Holzfigur Pinocchio einen italienischen Traum, eine Folge von 12 Bildern für Musiktheaterdarsteller. Die Uraufführung fand soeben im Münchner Prinzregententheater statt, gleichzeitig gab's eine erste Aufführung in Trier.</P><P>Entstanden ist ein frisches, zeitgemäßes Werk, das die Bereiche Oper, Musical, Schauspiel bis hin zum Figurentheater abdeckt. Fast alle szenisch arbeitenden Studiengänge der Bayerischen Theaterakademie sind in diese Produktion eingebunden, die gleich zwei Fabeln enthält: die des kleinen Carlo und jene, die der Theaterdirektor Feuerfresser erzählt, in der Carlo seinem Ebenbild begegnet und mit ihm verwechselt wird. Im klaren, fantasievollen Bühnenbild von Hannes Neumaier, mit pflanzenumrankten Musikinstrumente und in zeitlosen Kostümen von Esther Bätschmann, schickt Regisseur Markus Hertel, mit flotter Choreographie von Ramses Sigl, Pinocchio (Premierenbesetzung Sarah Schütz gibt den naiven, neugierigen Lauser) auf Erfahrungsreise.</P><P>Wilfried Hiller komponierte dazu eine heitere, farbenreiche Musik mit Elementen aus Oper, Jazz, Musical und Volkslied, umgesetzt vom 17-köpfigen Traumorchester unter Leitung von Werner Seitzer. "Wo man singt, da lass' Dich ruhig nieder" ist als Rapnummer für Fuchs (Monika Lachenmeir) und Katze (Armin Kahl) äußerst gelungen.</P><P>Claes H. Ahnsjö als skurril-klappriger Onkel Grillo und Werner Haindl als faszinierender Theaterdirektor Feuerfresser, etwas an Rudolph Moshammer erinnernd, ergänzten als erfahrene Kollegen das junge Ensemble. Auch für Erwachsene ein Amüsement, die auf jeden Fall den Kleineren beim Enträtseln gelegentlichen Szenen-Wirrwarrs helfen sollten.<BR><BR></P>

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