Als Frauenheld der Liebling des Boulevards: Mick Jagger, hier mit Schlagzeuger Charlie Watts sowie Keith Richards an der Gitarre.

Jagger-Ex: „Er war ein sexuelles Raubtier“

Die Enthüllungen von Ex-Frau Jerry Hall und Bandkollege Keith Richards kratzen am Mythos von Rolling-Stones-Sänger Mick Jagger:

Wollte „ausmisten“: Jerry Hall, Ex-Frau Mick Jaggers.

„Unausstehlich“ soll er heute sein, ein „sexuelles Raubtier“ war er schon immer. Seine Ehefrau betrog er noch, als sie nach der Geburt des gemeinsamen Kindes an Depressionen litt. Und dazu soll er einen ziemlich kleinen Penis haben. Für Mick Jagger (67) kommt es derzeit ziemlich dick. Binnen weniger Tage packten zwei seiner engsten Weggefährten ihre Erinnerungen aus. Besonders gut lassen sie den Frontmann der legendären Rolling Stones nicht dastehen.

Auf seinem Weg, endlich „Satisfaction“ zu erlangen, waren Jagger die anderen oft scheinbar ziemlich egal. Falls man den Enthüllungen glauben darf. Fast wirkt es wie ein therapeutischer Bruch mit der Vergangenheit. Jahrelang hatte sie versucht, ihr Privatleben von der Öffentlichkeit abzuschirmen, doch am Wochenende brachte Jaggers Ex-Frau Jerry Hall (54) ihre Biografie heraus. Gleichzeitig ließ sie Kunstwerke aus ihrer Zeit mit dem Rockmusiker versteigern.

Als wäre der Schlag in Jaggers Gesicht noch nicht hart genug, stellte auch Bandkollege Keith Richards (66) Auszüge aus seinen Memoiren vor, die am 26. Oktober erscheinen. Beide halten sich nicht zurück und verpassen dem Mythos Jagger neue Kratzer. Hall litt vor allem unter der Sucht nach Frauen, von der Jagger offenbar besessen war. „Ich hatte ihn von den Drogen weggebracht, also dachte ich, ich könnte ihm auch die Frauen abgewöhnen“, schreibt sie. Mehr als 20 Jahre lang nahm sie den Kampf auf sich. „Er war ein gefährliches sexuelles Raubtier, ich fühlte mich bei ihm nie sicher.“ Trotz der vier gemeinsamen Kinder und der Hochzeit, die das Paar im Jahr 1990 zusammenschweißen sollte, war alle Qual vergebens. Im Jahr 1998 ließ Hall sich scheiden, als bekannt wurde, dass Jagger ein Kind aus einer seiner Affären erwartete: „Das war einfach zu viel.“

Heute lebt die Texanerin mit den Kindern in London und scheint das Trauma Jagger so langsam überwunden zu haben. Nicht weniger als 14 Kunstwerke aus ihrer Sammlung, zum Teil Erinnerungen an ihre Zeit mit dem Sänger, ließ sie am Wochenende bei Sotheby’s für umgerechnet 2,7 Millionen Euro versteigern. Sie habe „ausmisten“ und „nach vorne schauen“ wollen, sagte sie: „Ich glaube, es geht darum, die Vergangenheit ziehen zu lassen. Wenn man ein bestimmtes Alter erreicht hat, will man einfach einige Dinge loswerden. Ich habe keine Angst vor Veränderungen“, betonte die 54-Jährige.

Dass Jaggers Bandkollege, Rolling-Stones-Gitarrist Richards, heute noch vor irgendetwas Angst hat, darf bei einem Blick in seine Memoiren bezweifelt werden. Während Rock’n’Roller Jagger sich dem Sex verschrieben hatte, waren es bei Richards vor allem die „Drugs“. Doch sein jahrzehntelanger Drogenkonsum hat seine Erinnerungen offenbar nicht getrübt. „Anfang der Achtzigerjahre begann Mick, unausstehlich zu werden“, schreibt er. „Ich glaube, Mick denkt, ich würde ihm gehören“, geht es weiter. Und außerdem habe Jagger einen „tiny todger“, ein „kleines Pimmelchen“.

Ob Jagger das Buch schon gelesen habe, fragte eine Reporterin der „Times“ den Rockveteranen. „Ja“, antwortet Richards. Und seltsamerweise sei das einzige, was er habe streichen wollen, eine Passage über seine Stimmschulungen gewesen. Im Ganzen habe ihm die Lektüre vielleicht ganz gut getan, meint Richards: „Ich glaube, es hat seine Augen geöffnet.“

Britta Gürke

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