850 Jahre München: Bach-Chor gratulierte mit den "Carmina burana"

München - Runde Geburtstage geben immer einen willkommenen Anlass für festliche Konzerte. Und wenn es sich wie im Fall der Stadt München gleich um den 850. handelt, dann ist es mit einem Konzert allein nicht getan.

Nachdem man die Isarmetropole bereits mehrfach musikalisch hochleben ließ, reihte sich am Wochenende nun auch der Münchener Bach-Chor in die Schar der Gratulanten ein und widmete sich dafür zwei großen Söhnen der Stadt.

Bei der teilweise recht breit angelegten "Rosenkavalier-Suite" von Richard Strauss gehörte die Bühne im Gasteig zunächst noch allein Dirigent Hansjörg Albrecht und den Musikern der Prager Kammerphilharmonie, die hier oft nur sehr knapp an der Grenze zum Kitsch vorbeischrammten.

Deutlich handfester ging es da schon bei Orffs "Carmina burana" zur Sache, deren pulsierende Rhythmen auch diesmal das Publikum unmittelbar in ihren Bann zogen. Zum Glück verließ sich Albrecht jedoch nicht nur auf die archaische Kraft des berühmten "O Fortuna", sondern schien stets darum bemüht, auch den einzelnen Gesängen eigenständiges Profil zu geben.

Von den Solisten gelang dies vor allem Markus Eiche, dessen volltönender Bariton den Wechsel vom groben Trunkenbold zum zärtlich werbenden Liebhaber spielend meisterte. Im "Cours d'amours" begann es dann auch regelrecht zu knistern zwischen ihm und seiner Angebeteten Lenneke Reuten, deren zart gehauchte Sopransoli zu Eiche einen ebenso reizvollen Kontrast bildeten wie der kurze, aber prägnante Auftritt von Tenor Martin Petzold.

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