Preis-Sammler: Komponist John Barry, mehrfacher Oscar-Gewinner, hier mit dem British Academy Award. f: dpa

James Bonds Hauskomponist

München - Seine Werkliste lässt eigentlich nur einen Schluss zu: Ein Hollywood-Streifen ohne seine Musik war zum Scheitern verurteilt. „Goldfinger“ war sein größter Hit: Zum Tod von John Barry.

John Barry schrieb für Welterfolge wie die James-Bond-Episoden „Goldfinger“, „Octopussy“ und „Man lebt nur zweimal“, außerdem für „Jenseits von Afrika“, „Der mit dem Wolf tanzt“ oder „King Kong“. Fünf Oscars und vier Grammys brachten ihm diese Partituren ein, am Sonntag ist der Brite im Alter von 77 Jahren in den USA gestorben.

Zum Welthit war vor allem das Titellied von „Goldfinger“ geworden, mit dem Shirley Bassey als Sängerin ihren größten Erfolg feierte. Bassey blieb auch seine bevorzugte Interpretin in weiteren Bond-Folgen. Barrys Beruf war gewissermaßen familiär bedingt: Der Vater leitete eine Kinokette. Das tägliche Erlebnis, wie die Besucher auf die Filme reagieren, war für ihn, wie er später erläuterte, die beste Schulung als Filmkomponist.

Im Jahre 1952 wurde er in die britische Armee einberufen und spielte dort in einer Militär-Band. Nach seiner Dienstzeit gründete er eine Rock ’n’ Roll-Formation, trat oft im Fernsehen auf und erhielt 1960 den Auftrag, für den Kinofilm „Beat Girl“ eine Musik zu schreiben. Von nun an war er aus dem Kino-Geschäft nicht mehr wegzudenken, vor allem, als er so etwas wie der „Hauskomponist“ der James-Bond-Reihe wurde. Seine letzte Filmmusik schrieb Barry 2001 für „Enigma“, ein späterer Musical-Versuch schlug fehl. Zuletzt wohnte er in den Vereinigten Staaten. Simon Jack, Schwiegersohn von John Barry und BBC-Reporter, charakterisierte seinen prominenten Verwandten einmal so: „Er hat das Schreiben von Musik so geliebt, wie andere das Hören von Musik lieben.“

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