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Jazz-Entertainer Michael Bublé

Der Vollkommene

Jazz-Entertainer Michael Bublé in der Olympiahalle

München - Wenn man das größte Talent von Michael Bublé benennen sollte, dann wäre es wohl seine Gabe, einfach genau das Richtige zu tun. Es gibt Menschen, die das können.

Das Richtige sagen und das auch noch im richtigen Moment am richtigen Ort. Bublé also kann das, und weil er auch noch sehr fein singt, ist er im Moment womöglich der vollkommene Entertainer, den die Jazzszene derzeit zu bieten hat. In der ausverkauften Münchner Olympiahalle war ein Könner zu bestaunen, der mit geradezu aufreizender Leichtigkeit eine perfekte Show auf die Bühne stellte und dabei so nonchalant wirkte, als bewege er sich bloß in seinem eigenen Wohnzimmer.

Dass Bublé das Publikum mit Jazz und Swing zur Raserei bringt, macht die Sache noch mysteriöser, denn damit verschreckt man die großen Massen in der Regel eher. Er kann umwerfend charmant sein, dann mal wieder ein wenig zotig und gelegentlich sogar unverfroren dem Kitsch frönen – es ist egal. Selbst wenn er einer gewissen Ann-Kathrin ein Geburtstagsständchen singt, ist das kein bisschen peinlich, oder auch wenn er sich bewusst zum Affen macht, als er eine der deutschen Gastmusikerinnen einen Witz auf seine Kosten reißen lässt.

Die makellose Show mit dem atemberaubenden Bühnenbild – beweglicher Boden und exzellente Video-Einspielungen inklusive – lenkt fast ein wenig von der musikalischen Potenz des Kanadiers ab. Wie der 38-Jährige da, selbstverständlich mit einer exzellenten Big Band im Kreuz, Standards wie „Fever“, verjazzte Soul-Klassiker wie „Try A Little Tenderness“ oder „Burning Love“ interpretiert, ist schon verteufelt gut. Es gelingt Bublé sogar „All You Need Is Love“ so zu singen, dass es nicht abgeschmackt klingt. Und ein paar zugkräftige Eigenkompositionen hat dieses Glückskind natürlich auch noch parat.

Bei jedem anderen würde man das irgendwann unerträglich finden, aber bei Michael Bublé nimmt man es hin, weil er spürbar wirklich für sein Leben gerne auf der Bühne steht und den Abend wahrscheinlich noch mehr genießt als der ekstatischste Fan. Am Schluss schmettert er ohne Mikrofon „A Song For You“ in die Halle, und zwar so, dass man es bis in die oberen Ränge hört. Ein kompletter Triumph – wieder einmal. So viel Perfektion kann einem fast unheimlich werden.

Zoran Gojic

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