Jean-Paul-Preis 2007 an Schriftsteller Uwe Dick verliehen

München - Für sein Gesamtwerk ist der Autor Uwe Dick (64) am Sonntag mit dem Jean-Paul-Preis 2007 des Freistaates Bayern ausgezeichnet worden. "Uwe Dick ist ein Querstehender, ein Unbequemer, einer, der sich nicht lieb Kind macht und keine Kompromisse eingeht", sagte Kunstminister Thomas Goppel (CSU) bei der Verleihung des höchsten Literaturpreises des Freistaats.

Ungenaues Beobachten, sprachliche Schludrigkeiten moniere Dick gnadenlos. Die Lektüre der Texte Dicks habe "manchmal etwas von einem Zahnarztbesuch", sagte Goppel. "Ihre Sätze können sich in ihrer schonungslosen Ehrlichkeit durchaus schmerzhaft ins Hirn bohren, wo sie sich dann hartnäckig festsetzen."

Der mit 15 000 Euro dotierte Jean-Paul-Preis wird alle zwei Jahre vergeben. Die Auszeichnung ging in den vergangenen Jahren unter anderem an Friedrich Dürrenmatt, Botho Strauß, Hermann Lenz und Sarah Kirsch.

Dick, 1942 in Schongau am Lech geboren, lebt und arbeitet im Bayerischen Wald. Bevor er sich 1968 entschied, als freier Schriftsteller zu arbeiten, war er unter anderem als Journalist tätig. Sein Hauptwerk "Sauwaldprosa" wurde seit den 1970er Jahren immer wieder erweitert und neu aufgelegt. Viele seiner szenischen Lesungen liegen als Hörbücher vor, etwa unter dem Titel "Der Öd - das Bio-Drama eines Amok denkenden Monsters oder: Wechselfiebrige Anfälle von Weisheit, Torheit und Faschismus" (1980).

Dicks Prosa sei über weite Strecken mit einer "Sauwut" geschrieben - auf die Gedankenlosigkeit, mit der die Gesellschaft Sprache missbrauche, Kreatur und Natur misshandele, sagte Goppel. Die Vielschichtigkeit der Texte Dicks bedürfe der Mehrfachlektüre. (dpa)

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