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Alexandre Lagarde mag ein exzentrischer Koch sein – sein Gaumen ist unschlagbar: Szene aus „Kochen ist Chefsache“ mit Jean Reno.

Interview zum Kinostart

Reno: "Am Herd will ich meine Ruhe"

München - In dem neuen Film "Kochen ist Chefsache" mimt Jean Reno einen exzentrischen Sternekoch. Mit dem Münchner Merkur sprach der Schauspieler über die Komödie, das Geheimnis guter Salatsoßen und - der Verführung.

Berühmt wurde Jean Reno als Actionheld in zwei Kultfilmen von Luc Besson: „Im Rausch der Tiefe“ und „Léon – der Profi“. Seitdem hat der sanftäugige französische Hüne mit Kinohits wie „Mission: Impossible“, „Der rosarote Panther“ oder „Da Vinci Code“ auch in Hollywood Karriere gemacht. Gut gelaunt und offenherzig präsentierte sich der 62-Jährige in unserem Gespräch über die Komödie „Kochen ist Chefsache“, die am Donnerstag startet. Reno spielt hier einen chaotischen Sternekoch.

Wenn Sie auf der Leinwand Ihre kulinarischen Kreationen kredenzen, läuft einem im Kino das Wasser im Munde zusammen…

Das ging uns bei den Dreharbeiten auch so. Doch leider haben wir ausschließlich für die Kamera gekocht: Das Zeug konnte und durfte man nicht essen. Und das Catering bei uns am Set war schlichtweg zum Kotzen. Kein Witz! Der Fraß war so miserabel, dass wir ab der zweiten Drehwoche immer heimlich im Restaurant gespeist haben.

Gehen Sie gern in Sterne-Restaurants?

Nicht aus eigenem Antrieb. Nur, wenn mich jemand mitschleift. Ich bevorzuge dezente, dunkle Lokale – denn wenn man ständig von Fans erspäht und fotografiert wird, macht das Dinieren keinen Spaß. Zudem muss man als Promi höllisch aufpassen, dass man nicht anderen Leuten den Abend versaut.

Inwiefern?

Nun, stellen Sie sich vor, Sie führen ein Mädchen schick zum Essen aus, um sie zu bezirzen. Es läuft super – bis zu dem Moment, in dem ich, Jean Reno, den Laden betrete: Ihre Flamme sieht mir nach und strahlt mich an, Sie sind stinksauer, und die ganze gute Stimmung ist beim Teufel!

Wer kocht denn bei Ihnen zu Hause?

Manchmal ich, manchmal meine Frau. Wer von uns am Herd stand, können Sie durch einen einzigen Blick in die Küche erkennen: Während ich hinterher sofort alles aufräume und putze, hinterlässt sie immer einen furchtbaren Saustall.

Kochen Sie gut?

Sagen wir so: Ich spiele in der Amateurliga, doch was ich fabriziere, ist durchaus genießbar. Meine Spezialität sind Suppen, Fisch und Reisgerichte. Lamm gelingt mir meistens nicht so gut, und mit Innereien stehe ich auf Kriegsfuß. Aber auch meine Nachspeisen können sich sehen lassen.

Was für ein Menü würden Sie zubereiten, um eine Dame zu verführen?

Am besten nichts allzu Aufwändiges oder Kompliziertes. Leichte Kost – darauf stehen die Frauen. Also vielleicht einen Fisch oder weißes Fleisch, dazu einen Salat und einen guten Rotwein, vorzugsweise einen Bordeaux. Keinen Weißwein, auch nicht zum Fisch! Und zum Abschluss einen Sake.

Haben Sie schon einmal wie in Ihrem Film Sushi vom nackten Körper einer Frau gegessen?

Nein. Ich finde es bescheuert, diese Dinge zu vermischen. Ganz im Ernst! Gutes Essen ist ebenso wichtig wie guter Sex – insofern sollte man sich stets auf eine Sache konzentrieren: entweder schlemmen oder eine Frau beglücken. Warum müssen manche Leute alles auf einmal machen? Haben die etwa zu wenig Zeit? Warum sollte ich Honig vom Bauch einer Frau lecken? Da lecke ich doch lieber gleich die Frau! (Lacht.)

Schauen Sie sich Kochshows im Fernsehen an?

Nein, und zwar aus demselben Grund, aus dem ich mir auch keine Pornofilme ansehe: Ich habe nie verstanden, warum ich anderen Menschen beim Kochen oder Vögeln zuschauen sollte. Ich werde viel lieber selbst aktiv! (Lacht.)

Mögen Sie es auch nicht, wenn man Ihnen zusieht? Beim Kochen, meine ich?

Nein, das hasse ich. Am Herd will ich meine Ruhe. Eine Frau aus Georgia, mit der ich eine leidenschaftliche Liebesromanze hatte, bescherte mir einst ein traumatisches Erlebnis: Ich mühte mich in der Küche ab, um eine vernünftige Salatsoße hinzubekommen. Kennen Sie das Geheimnis einer guten Salatsoße?

Nein.

Lassen Sie den Essig weg! Essig tötet jeglichen Geschmack. Ich mischte also in der Küche Olivenöl, Senf und zahllose Gewürze, und sie sah mir seelenruhig zu, bis sie schließlich in schallendes Gelächter ausbrach und den Kühlschrank öffnete: Dort standen ein Dutzend Flaschen mit verschiedenen Fertig-Salatsoßen. Typisch Amerikanerin! Ich kam mir vor wie der letzte Trottel.

War dies das Ende Ihrer Liebesromanze?

Nein, das kam erst später: als sie verkündete, dass sie mit mir alt werden wollte. Das war zu viel für mich. Ich konnte mir den Lebensabend an ihrer Seite nicht vorstellen.

Wann war das?

Zwischen zwei Filmen. Und zwischen zwei Ehen. Ich weiß, worauf Sie hinauswollen. Sie denken: „Jean Reno hat sechs Kinder von drei verschiedenen Ehefrauen.“ Aber ich bin kein typischer Klischee-Franzose, der wild durch die Betten hüpft. Ich war meinen Frauen immer treu. Ja, glauben Sie mir: Ich habe noch nie eine Frau betrogen!

Das Gespräch führte Marco Schmidt

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