Jean-Paul-Preis ohne Sarah Kirsch

- Eine Preisverleihung ist eigentlich ein schönes Ereignis, dieses aber war ein wenig traurig. Denn diejenige, die den Jean-Paul-Preis 2005 erhielt, war nicht gekommen, um ihn entgegenzunehmen. Und so blieb Kunstminister Thomas Goppel im Gartensaal des Münchner Prinzregententheaters nichts anderes übrig, als die Dichterin Sarah Kirsch (70) zu entschuldigen und auf ihr ärztliches Attest zu verweisen. Das offenbar auch für das Verfassen einer Dankesrede galt.

Denn von ihrem Lektor Stefan Meyer ließ Kirsch nur nüchterne Grüße ausrichten. Sie lese täglich und beglückt in Jean Pauls Werk, seit sie von dem Preis erfahren habe, und fühle sich dadurch der Festgemeinde nahe.

Fern der in Schleswig-Holstein lebenden Dichterin ehrte die Germanistin Ursula Regener mit fein gesetzten Worten das Gesamtwerk dieser "Klassikerin zu Lebzeiten". Doris Schade ist es zu verdanken, dass die etwas matte Ehrung doch noch Glanz erhielt. Mit der wunderbaren Rezitation einiger Gedichte konnte sie immerhin ein Stückchen Sarah Kirsch im Festsaal hörbar machen.

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