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Ehemaliger Straßenmusiker aus Australien: John Butler braucht keine millionenschwere Werbe-Kampagne.

Ausverkaufte Tonhalle

John Butler in München: Star ohne Schnörkel

München - John Butler spielte in München in der ausverkauften Tonhalle. Ein Star ohne Schnörkel, der die Menschen ganz schlicht mit seiner Gitarre und seinem Gesang begeistert.

Wer beispielsweise auf dem Weg zu einem Konzert des John Butler Trios einen waghalsigen Slalom hinlegen muss, weil sich einem ständig kartenlose Fans auf der Suche nach Tickets verzweifelt vor die Beine werfen, der gewinnt das Vertrauen in die Menschheit zurück. Besagter John Butler nämlich ist weder ein sogenannter Superstar aus einer TV-Castingshow noch das aktuelle Lieblingsspielzeug irgendeines Konzerns, der Millionensummen in das Marketing steckt. John Butler ist ein ehemaliger Straßenmusiker aus Australien, der die Menschen schlicht mit seinem Gesang und seinem Gitarrenspiel begeistert. Und zwar derart, dass er, der nicht im Radio gespielt wird und generell kaum in den Medien auftaucht, spielend die Münchner Tonhalle restlos voll bekommt.

Schon nach wenigen Takten wird klar, weshalb: der Mann macht packende, schnörkellose, wunderbar zeitlose Musik. Man spürt die Schule eines Künstlers, der sich sein Publikum auf dem Gehsteig einfangen musste. Seine Lieder sind vielseitig und reißen unmittelbar mit. Seine Kompositionen bestehen aus griffigen Sequenzen, die sich sofort im Gehörgang festhaken und über den Bauch in die Beine fahren. Dabei lässt Butler so gekonnt wie unangestrengt Elemente von Blues, Folk, Reggae oder Ska ineinander fließen.

Begleitet von Schlagzeug und Bass orientiert sich Butler im Großen und Ganzen am Klang der britischen Blues-Rock-Formationen der Sechzigerjahre. Allerdings ist er kein Dogmatiker. Da landet schon mal ein Banjo in seinen Händen oder er erzeugt auf seiner zwölfsaitigen Akustikgitarre psychodelische Töne, die nach Pink Floyd in ihren frühen Tagen klingen. All das ganz ungekünstelt und ohne Virtuosen-Posen. Fast zu gut, um wahr zu sein. Aber John Butler gibt es wirklich. Hoffentlich noch sehr lange.

Zoran Gojic

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