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Eine Szene aus der Show.

Josephine Baker-Show im Deutschen Theater

München - Die Show "A la recherche de Josephine", die am Deutschen Theater in München aufgeführt wird, ist eine mitreißend choreographierte Hommage an das Jazz-Mekka New Orleans - und ein bildgewaltiges Spektakel.

Als Josephine Baker in den 30er Jahren zum ersten Mal in München auftreten sollte, sorgte dies in konservativen Kreisen für gewaltigen Aufruhr, der so weit ging, dass man das skandalträchtige Gastspiel der "Negernackttänzerin" letzten Endes gleich ganz verbot um Sitte und Anstand nicht zu gefährden. Heute gehen zum Glück selbst in Bayern die Uhren anders. Und so darf Hauptdarstellerin Nicolle Rochelle jetzt im Deutschen Theater ohne Angst vor selbst ernannten Moralwächtern in die Rolle der Josephine und in das berüchtigte Bananenröckchen schlüpfen.

Bilder von der Show

Josephine Baker-Show im Deutschen Theater

Die Show "A la recherche de Josephine" stellt dabei aber keineswegs einfach nur die legendäre "Revue Negre" nach, mit der die legendäre "schwarze Venus von Paris" einst über Nacht zum Star wurde. Vielmehr verarbeitet Regisseur Jérôme Savary hier seine eigenen Erlebnisse aus dem Jahr 2005, als er nur wenige Tage nach der Katastrophe von Hurricane Katrina im zerstörten New Orleans nach Darstellern für seine neueste Show suchte.

Heraus gekommen ist so eine mit viel Liebe zusammengestellte und mitreißend choreographierte Hommage an das Jazz-Mekka New Orleans und an die Musik seiner afroamerikanischen Bevölkerung. Im Zentrum ein etwas naiver französischer Produzent (wunderbar selbstironisch verkörpert von Michel Dussarrat), der mit seinen Klischee beladenen Sprüchen zielsicher ein Fettnäpfchen nach dem anderen ansteuert und von den obdachlosen Musikern erst einmal etwas Nachhilfe in Sachen "schwarze Musik" erhält.

Doch dank zahlreicher klassischer Jazz-Standards, melancholischen Blues-Nummern und fetzigen Tap-Dance-Duellen zieht diese kleine Geschichtsstunde beinahe wie im Flug vorüber. Was nicht zuletzt aufs Konto der schwungvoll aufspielenden Band geht, die von Savary extra aus New Orleans eingeflogen wurde. Ganz nebenbei findet übrigens auch unser Bühnen-Produzent noch die passende Protagonistin für seine nostalgische Josephine Baker-Revue, mit der schließlich das große Finale eingeläutet wird.

Und hier darf die grandiose Nicolle Rochelle dann ein letztes Mal mit vollem Stimm- und Körpereinsatz das Premieren-Publikum von den Sitzen reißen ehe sie mit charmantem Akzent "Zum Abschied leise Servus" sagt.

von Tobias Hell

Vorstellungen 

Bis 19. Juli im Deutschen Theater in Fröttmaning. Karten unter: 55 23 44 44

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