Jubel für Amy bei den "Brits" - Take That und Arctic Monkeys vorn

London - Mit jeweils zwei Trophäen sind die Arctic Monkeys, Take That und die Foo Fighters die Gewinner der diesjährigen Brit Awards. Doch die Schau stahlen ihnen in der Nacht zum Donnerstag in London zwei Stars, die in letzter Zeit mit erheblichen privaten Problemen zu kämpfen hatten: Amy Winehouse und Paul McCartney.

Beide bekamen in der Earls-Court-Arena Riesenbeifall. Die 24-jährige Soulsängerin, die gerade eine Drogenentziehungskur hinter sich gebracht hat, meisterte ihren Auftritt makellos. Ex-Beatle Paul McCartney (65), dessen Scheidungskrieg mit Heather Mills sich nun dem Ende nähert, begeisterte mit einem grandiosen Finale.

McCartney - er trat nach 15 Jahren erstmals wieder bei den "Brits" auf - wurde von der Britischen Musikakademie mit einem Sonderpreis für sein Lebenswerk geehrt. Seine schillernde Show mit neuen Liedern und einem Medley einiger seiner schönsten Beatles-Songs halfen, die streckenweise langweilige und chaotische Preisgala zu retten. Bei "Hey Jude" sangen so gut wie alle der 8000 begeisterten Zuschauer im Saal mit.

Vom Publikum gefeiert wurde zuvor auch Winehouse, die ihren ersten Live-Auftritt seit der Entlassung aus einer Suchtklinik mit den Songs "Valerie" und "Love Is A Losing Game" bestritt. Sie hauchte "I love you" in Richtung Kamera - und jeder wusste, dass ihr Mann Blake Fielder-Civil gemeint war. Der wartet in Londons Pentonville-Gefängnis auf seinen Prozess wegen versuchten Justizbetrugs. "Macht mal ein wenig Lärm für meinen Mann", sagte Amy und die Leute klatschten artig.

Dass Winehouse diesmal keinen Preis gewinnen konnte, war ein Wermutstropfen. Ihr Erfolgsalbum "Back to Black, das sich weltweit bislang mehr als fünf Millionen Mal verkaufte, erschien bereits 2006. Es kam damit nach den Regeln der britischen Musikakademie nicht infrage für die "Brits", die musikalische Leistungen des Jahres 2007 würdigten. Bei den Grammys hatte Winehouse kürzlich einen Triumph erlebt und fünf dieser begehrtesten Musikpreise der Welt gewonnen. Allerdings war sie dabei nur per Video aus einem Londoner Studio zugeschaltet.

Die Arctic Monkeys erschienen zur "Brits"-Show, die von der vierköpfigen Rockerfamilie Osbourne nicht allzu originell moderiert wurde, in Kostümen englischer Landadliger. Ihre beiden Brit Awards bekamen sie als beste britische Band und für das beste britische Album des Jahres 2007. Wie die Arctic Monkeys konnten sich auch Take That zum zweiten Mal in Folge über "Brit"-Trophäen freuen. Und wie bereits im vergangenen Jahr erwähnten sie ihren Ex-Kollegen Robbie Williams mit keinem Wort. Die Preise bekamen Take That als beste britische Liveband und mit dem Song "Shine" für die beste britische Single.

Die amerikanischen Foo Fighters gewannen mit "Echoes" die Brit Awards für das beste internationale Album und die beste internationale Band. In der Album-Kategorie setzten sich die US-Rocker unter anderem gegen die Eagles und die Popsängerin Kylie Minogue durch. Die Australierin konnte sich aber über den Preis für die beste internationale Sängerin freuen. Bei den Männern ging die Ausländer-Trophäe an den Amerikaner Kanye West. Kate Nash - die britische Pop-Entdeckung des vergangenen Jahres - bekam den "Brit" für die beste Pop-Musikerin.

Als bester Briten-Pop-Musiker wurde Mark Ronson geehrt. "Ich habe mich noch nie in meinem Leben so britisch gefühlt wie heute", sagte der Musikproduzent in Anspielung auf seine Wahlheimat New York. Zu den "Brits"-Gewinnern gehörte auch der aus dem Libanon stammende Sänger Mika. Er wurde als bester neuer Popmusiker ausgezeichnet. Die stimmgewaltige 19-jährige Soul- und Jazzsängerin Adele Adkins bekam den Preis der britischen Musikkritiker. Ähnlich wie Nash und Winehouse gehört sie zu den großen Hoffnungsträgern der britischen Musikszene.

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