Jubel für "Rheingold" zum "Ring"-Auftakt in Bayreuth

- Bayreuth - Mit einer umjubelten Premiere der Oper "Rheingold" hat am Mittwochabend bei den Bayreuther Festspielen die Neuinszenierung von "Der Ring des Nibelungen" begonnen.

Das Publikum feierte eine Aufführung auf hohem Festspielniveau, zu der das homogene Sängerensemble ebenso beitrug wie die klangschöne, transparente musikalische Interpretation, für die Dirigent Christian Thielemann Ovationen erntete.

Die "Ring"-Neuinszenierung von Tankred Dorst war mit großer Spannung erwartet worden. Der 80-jährige Dramatiker, der seine erste Opernregie überhaupt vorlegt, zeigt in aufwendigen Bühnenbildern von Frank Philipp Schlössmann ein modernes Weltmärchen, angesiedelt an Schauplätzen der Gegenwart. "Die Götter sind mitten unter uns", lautet Dorsts Botschaft. Als Randexistenzen hausen sie in Walhall, einem verwahrlosten Platz in trostloser Stadtrandgegend. Alberich, der Nibelungenherrscher, regiert zunächst in einem Kraftwerk mit Leitungsrohren und Lüftungsschächten - doch als die Wand aufreißt, tut sich dahinter eine urtümliche Höhle auf.

Dorsts Konzept wirkt zumindest im ersten Teil von Richard Wagners vierteiligem "Ring" schlüssig. Als Nachteil wirkt sich allerdings die mangelnde Regieerfahrung des Schriftstellers aus. Die Darsteller wirken zeitweise allein gelassen und agieren entsprechend hölzern, können dieses Manko aber mit ihren gesanglichen Leistungen mehr als wett machen. Allen voran Falk Struckmann als ein souveräner Wotan und Bayreuth-Debütant Andrew Shore als dunkler, machtgetriebener Alberich, der seinen Bruder Mime (Gerhard Siegel) schikaniert.

Arnold Bezuyen gibt mit beweglichem Tenor einen vorzüglichen Loge. Mit großer Ausstrahlung absolviert Mihoko Fujimora ihren Kurzauftritt als Erda. Komplettiert wird die Götterwelt mit Michelle Breedt (Fricka), Satu Vihavainen (Freia), Ralf Lukas (Donner) und Clemens Bieber (Froh). Den Ring aber hütet nun der Riese Fafner (Jyrki Korhonen), der seinen Bruder Fasolt (Kwangchul Youn) erschlug.

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