Jubel zum Thorafreudenfest

- Ein ganz besonderer Kirchenchor war im Münchner Carl-Orff-Saal zu Gast: der Synagogalchor Leipzig. Das vor 40 Jahren gegründete Ensemble eröffnete die Jüdischen Kulturtage, die heuer zum 17. Mal von der Gesellschaft zur Förderung jüdischer Kultur und Tradition e. V. (bis zum 25. 11.) in Zusammenarbeit mit der Stadt München veranstaltet werden und unter dem Motto "Vom Ba'al Schem Tow zur Goldenen Medine" stehen. Unterstützt werden sie vom Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus.

<P>Ilse Snopkowski (Fördergesellschaft), Bürgermeisterin Gertraud Burkert und Ministerialdirektor Eberhard betonten die Wichtigkeit dieser Veranstaltung, durch die die "Brücken der Verständigung" immer wieder neu geschlagen und "jüdisches Leben und jüdische Kultur für alle sicht- und erfahrbar gemacht werden".</P><P>Der 24-köpfige Chor, zwei Solisten, Dirigent und Pianist, für deren Gage man in der Münchner Wirtschaft vergebens einen Sponsor gesucht hatte, leisteten ihren Auftritt als Benefizkonzert für die erwähnte Gesellschaft. Am Anfang standen kirchliche, hebräische Gesänge - Lobpreis und Gebete -, die schließlich im geradezu tänzerisch-fröhlichen Jubel zum Thorafreudenfest und im Glaubensbekenntnis gipfelten. Da ließ sich bereits die Qualität des von Helmut Klotz geleiteten Chores erkennen: Homogenität und Ausgewogenheit der Stimmgruppen noch im zartesten Piano. </P><P>Mit jiddischen Gesängen, die vom Leid des jüdischen Volkes künden, leitete der Chor über zu folkloristischen Liedern, in denen sich jüdischer Humor und Witz Bahn brachen - im Gesang des vorzüglichen Chores, bei den Solisten Jürgen Kurth (Bariton), Adelheid Vogel (Sopran), Helmut Klotz (Tenor) und nicht zuletzt im Klavierpart, den Ulrich Vogel genüsslich auskostete. Das Publikum ließ sich willig entführen in die skurrile Welt eines chassidischen Jünglings oder des Rabbi Elimelech und erklatschte sich zwei Zugaben.<BR></P>

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