Ehe für alle? Merkel rückt vom Nein der CDU ab

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Junge Dynamos

- Kuba, Castros hartnäckig autoritär regiertes Inselreich: Zuckerrohr, Tabak und Traumland für Touristen. Stichworte zur "Isla Bonita" - neben den wirtschaftlichen Problemen, der Armut. Aber dieser kleine mittelamerikanische Staat hat ein Pfund, mit dem er wuchern kann, das seine Zukunft ist: seine Jugend. Und die steht jetzt auf der Bühne des Deutschen Theaters und erobert schließlich mit ihrer umwerfenden großzügigen Energie, mit natürlich schöner Körperlichkeit und verschwenderischer Lebensfreude das Münchner Publikum: "Viva Cuba!".

Eine Show, anders, ehrgeiziger als die beiden hier schon gesehenen, vor allem optisch süffigen kubanischen Dinner-Amüsements. Ähnlich wie bei "African Footprints" wird hier Geschichte eingeholt: Verschleppung und Versklavung der Afrikaner. Vergewaltigung der schönen schwarzen Frau, die sich zur Liebe wendet. Havanna in kolonialem und dann, 1959, in revolutionärem Feierrausch. Das alles erzählt sich vor großprojizierter Bebilderung skizzenhaft, doch verständlich. Aber es ist, spürbar, Yolena Alonsos (Regie/ Choreographie) erster Versuch in Richtung erzählende Dramaturgie. Bis zur Pause fehlt der Szenenfolge Spannung. Die getanzte Sklavenarbeit hat noch den der ernsten Geschichte kaum angemessenen Varieté-Schick à la Crazy Horse. Und die Musik von Pachito Alonso, dem berühmten Vater der Choreographin, versoßt durch den "Ambient-Sound" des zweiten Komponisten, Edesio Alejandro, zu einer eher indefinit geräuschigen "World-Musak".

Nach der Pause nur noch helle Freude

Nach der Pause dann nur noch helle Freude. Das vorher hinter der Projektionsfläche verborgene Orchester mit Pachito Alonso am Klavier jetzt sinnlich sichtbar, läuft in Klang und Rhythmen von Rumba, Danzon, Son und Salsa zu Hochform auf. Jetzt passen auch die (leider oder absichtlich?) nie deutlich heraustretenden Stimmen der beiden feschen Alonso-Söhne Christian und Rey und des Son-Sängers Jose Luis Arango Herera. Und Yolena Alonso, topfit im Metier der Show-Choreographie, dazu unverkennbar eine super strenge Probenleiterin, lässt ihre 30 Tänzer über die Bretter fetzen. Fröhlicher Holzschuh-, kämpferischer Revoluzzer- oder hüfteschwingender Paartanz, egal was, diese jungen Dynamos sind uhrwerkspräzise - aber aus einer brennenden Leidenschaft heraus.

"Seht uns tanzen, und ihr versteht, wer wir sind", ist ihre Losung. Und die volle Wahrheit. Sie sind es wert, gesehen zu werden. Man kann gar nicht anders, als diesem Familienunternehmen - Yolena Alonsos Mann, der Deutsch-Spanier Carlos Ribet ist Co-Produzent - Glück zu wünschen.

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