Für junge Leute aus aller Welt

- Das Europäische Zentrum der Künste im Festspielhaus Hellerau bietet, so Intendant Udo Zimmermann (62), die einzigartige Chance für eine Weichenstellung in der Kunst. "Die Begegnung von Tanz, Musik, Theater, Bildender Kunst, Architektur und Medienkunst unter einem Dach ist einmalig", sagt der Komponist, Dirigent und Chef der Münchner musica viva.

Das Festspielhaus in dem Dresdner Vorort Hellerau wird an diesem Donnerstag nach kompletter Renovierung wiedereröffnet. Damit zieht erstmals seit Jahrzehnten wieder ein regelmäßiger Kunstbetrieb in den 1912 vollendeten Musentempel am Rande Dresdens ein.

Für Zimmermann ist Hellerau kein konventioneller Ort: "Das Festspielhaus bietet Künstlern einen Freiraum, Dinge zu erfinden."

Dabei wolle das Haus auch den anstehenden Generationswechsel zum Beispiel in der zeitgenössischen Musik und im Theater befördern helfen. "Wir möchten eine Akademie gründen und eine große Zahl von Stipendiaten-Programmen auflegen. Hier sollen junge Leute aus aller Welt arbeiten." Es gehe darum, an diesem Ort zu produzieren und diese Werke dann auch anderswo zu zeigen.

So wie Choreograph William Forsythe, der in Hellerau ein Domizil hat. "Forsythe wird hier drei Monate im Jahr Stücke produzieren und dann weltweit aufführen." Hellerau - das ist der "Grüne Hügel der Moderne". Denn es ist "nicht nur ein Vorort von Dresden, sondern auch ein europäischer Ort". Und Zimmermann erinnert an die Anfänge des Festspielhauses, das vormals einen klangvollen Namen in der Kunstwelt besaß.

Mit der von Tessenow entworfenen funktionalen Bauweise avancierte es zum Vorreiter der Moderne. Der Schweizer Komponist Emile Jaques-Dalcroze gründete hier eine Bildungsanstalt für Rhythmus und Bewegung. Hellerau wurde damit zur Wiege des modernen Tanzes. "Wir wollen außergewöhnliche Kunst produzieren", sagt Zimmermann und verweist auf Mitstreiter wie Mauricio Kagel, Claus Guth und Robert Wilson.

Infos: www.festspielhaus-hellerau.com

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