Jungstars

- Das "Klassenkonzert" in Konstanze Vernons Heinz-Bosl-Ballettmatiné´e ist das Schaufenster ihrer Münchner Akademie. Und wenn da an die 160 angehende Tänzer, von den Vorstufen-Zwergerln bis zu der Oberstufen-Crè`me, ihre Exercicen vorführen, ist man jedes Mal hingerissen. Diesmal noch mehr als sonst: Woher hat sie nur wieder all die neuen Talente?

<P>Und vor allem so viele gute Männer, wo die doch generell und zurzeit erst recht so rar sind? "Mundpropaganda" sagt die Schul-Chefin - bedeutet natürlich Bosl-Qualität -, und stellt auf der Bühne eine Riege schon international gekürter Preisträger vor. Applaussturm im Münchner Nationaltheater unausweichlich.</P><P>Hier die Jungstars: Zu Beginn flatterte die feingliedrige Jurgita Dronina aus Litauen mit dem exzellenten Rumänen Avetik Karapetyan Marie Taglionis "Papillon" duftig-leicht auf die Bühne - und am Ende, in schwarzem Tütü und Haube, hochfragil und expressiv ein zeitgenössisch gebrochener "Sterbender Schwan" von Anzelika Cholina. Dazwischen Wlada Borysowa als "Dornröschen", die Italienerin Vittoria Valerio mit George Balanchines "Apollon" und die Brasilianerin Carmen Nunes als feurige "Carmen", (Choreographie von Roberto Alonso).</P><P>Und vier Männer, die, pardon, den Damen fast den Rang ablaufen: der Italiener Andra Bena, schon Staatsballett-Mitglied, in einem modernen Solo von Bosl-Ballettmeisterin Michelle Emerre. Der Russe Andrey Teterin als hochgewachsener "Schwanensee"-Prinz. Und zwei technisch geschliffene Asse, frisch aus der Ukraine: Denys Cherevychko als sprung-eleganter "Don Quixote" und Zherlin Ndudi, ein Ebenholz-Apoll - der Vater Afrikaner - als Waganowas "Actaeon". Wenn da Staatsballettchef Ivan Liska nicht schnell zugreift, schnappt Ndudi garantiert das Londoner Royal Ballet oder sonst irgendeine Elitecompagnie weg.</P><P>Im Finale, Robert Norths so wunderschön durch den Raum bewegtem "Dancing . . . Bach", noch mal geballt Vernons jüngeres Zukunftspotenzial: die ganze Palette zwischen lyrisch und soubretten-flink, neoklassisch und modern. Und dazwischen so eine Super-Bewegerin wie Jenny Buch. Wenn William Forsythe die sieht, ist die gleich weg.</P><P>Nochmals 21. 11. Karten 089/33 77 63.<BR></P>

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