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Justin Bieber brachte seine Fans zum Schmachten und die Olympiahalle zum Kochen.

Ausverkauftes Haus in der Olympiahalle

Justin Bieber in München: Wie YouTube, nur größer

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München - Justin Bieber füllte mit seinem Konzert in München am Freitag die Olympiahalle. Er lieferte ein Konzert wie bei YouTube. Echt war da wenig. Die Konzertkritik.

Ein YouTube-Video – nur in echt! Und riesengroß! Und in 3D! Das gab’s am Freitag in der Münchner Olympiahalle zu bestaunen, bei der ausverkauften Show von Justin Bieber. Der Smartphone-Elvis brachte die Mädels dermaßen lebensecht und realistisch animiert um den Verstand, dass man fest davon ausgehen kann: Es war keine Virtual Reality. Es war tatsächlich ER höchstpersönlich. Der Abend hatte zwar mit einem Konzert im Sinne von „Wir machen gemeinsam Musik“ so viel zu tun wie rosa Wiesn-Zuckerwatte mit Heilfasten. Aber: Unterhaltsam war die Maxi-Playback-Show schon.

Seit Donnerstag campierten Fans („Beliebers“) vor der Halle – wie beim iPhone 7, bloß ohne Apple. Smarter Star statt smartes Phone. Um 20.00 Uhr soll’s losgehen, und nur zehn Minuten später heißt es: ER! IST! BIEBER! DA! In einem XXXL-Shirt des erschossenen Rappers Notorious B.I.G. wird er in einem Glasaufzug auf die Bühne gehievt. Justin guckt schnutig, und singt „Mark My Words“. Oder tut so. Seine Stimme kommt auch dann aus den Boxen, wenn sich das Mikro gerade ganz woanders befindet.

Und wen stört’s? Niemanden stört’s! Die YouTube-Schminkheldin Beauty-Bibi singt ja auch nicht. Singen wird überschätzt. Dafür ist die Show – mit mehr Feuerwerk als an Silvester in der gesamten Oberpfalz – extrem aufwändig. Justin springt Trampolin, Justin hat einen Swimming Pool auf der Bühne, und Justin macht mächtig einen auf dicke Hose. Bei seinen Gangsta-Rapper-Posen wirkt der blasse Bub allerdings ein bisserl so, als wäre der Michel aus Lönneberga als Terminator verkleidet.

Die Mädels sind trotzdem verzückt von ihrem Biebs, auch wenn die Musik variantenreicher sein könnte. Ballade, Hiphop, Hiphop, Ballade. Als er zur Gitarre greift und „Love Yourself“ schmachtet, merkt man plötzlich: Der Bursche kann ja singen – warum zeigt er es so selten? Warum ist seine Stimme ständig von Autotune verzerrt? Egal. So laut wie bei dieser Ohrensause wird die nächsten zwei Wochen in München nicht einmal in der Geisterbahn gekreischt.

Jörg Heinrich

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