Stellte seinen Erschöpfungsbericht vor: Sigi Zimmerschied.

Kabarett-Premiere in der Münchner Lach&Schieß

Zimmerschieds schadhafte Schöpfung

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München - Kabarettist Sigi Zimmerschied stellte sein neues Programm „Der siebte Tag“ in der Münchner Lach- und Schießgesellschaft vor. Lesen Sie hier unsere Premierenkritik:

Ja so ist er, der Herr! Lässt seinen Assistenten erst einmal im Dunkeln sitzen. Es braucht schon ein flehentlich bittendes „Es werde Licht!“, bis das Publikum Engelbert Erz endlich zu sehen bekommt. Der „Berti“ hat’s nicht leicht mit seinem Chef, denn der hasst sein Werk und würde es lieber heute als morgen zerstören. In „Der siebte Tag“, seinem neuen Programm, hält sich Sigi Zimmerschied nicht direkt mit den Details des Weltgeschehens auf, er nimmt den Schöpfer des Himmels und der Erde selbst in den Fokus.

„Komischer Depp vom Dienst“

Und zwar via Engelbert Erz, der das Denken und Handeln Gottes dem kleinen Menschheitsteil in der Münchner Lach- und Schießgesellschaft buchstäblich nahe bringt – beispielsweise in einer herrlich irdischen Genesis, in der die Erschaffung des Wassers der Wunsch nach einem Fußbad ist. Ein seltsames Paar ist das – hier der „komische Depp vom Dienst“, dort – im Off – der desillusionierte Allmächtige. Der Kabarettist ist in seinem Element, wenn er alles, was schief geht – also (fast) alles – auf die schadhafte Schöpfung projiziert, deren Konstrukteur zum Zyniker geworden ist, zum Fiesling gar.

Szenen und Pointen fliegen über die Rampe

Despoten aller Epochen, Religionen und ihr Führungspersonal, Veganer – der Erz-Spötter muss nach Katastrophen nicht lange suchen. Der Fehler liegt im System, nichts ist besser geworden, nur dass „Dummheit heute nicht mehr marschiert, sondern fliegt“. Wörter und Szenen zischen in schneller Folge über die Rampe wie Meteoriten durchs All, so komplex wie das Universum ist auch der Monolog des 63-jährigen Passauers. „Der siebte Tag“ – für seine Jünger, dem Untertitel gemäß, auch ein „Erschöpfungsbericht“.

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