Kammerorchester Bad Brückenau hat neuen Chefdirigenten

Bad Brückenau - Nach fast fünf Jahren ohne Chefdirigenten hat das Bayerische Kammerorchester Bad Brückenau (BKO) vom kommenden Jahr an wieder einen künstlerischen Leiter.

Der Dirigent Johannes Moesus übernimmt zum 1. Januar 2012 für zunächst drei Jahre die Leitung des rund 40-köpfigen Orchesters, wie das BKO am Dienstag in Bad Brückenau bekanntgab.

“Ich freue mich auf die Möglichkeit, mit dem Orchester längerfristige Konzepte zu verwirklichen und verschiedene Präsentationsformen im Konzertbereich auszuprobieren“, sagte der 56-Jährige Niedersachse. Mit ihm werde das Orchester weiterhin ausgefallene Wege gehen, sagte er. So plane er beispielsweise moderierte Konzerte sowie Aufführungen in Kombination mit Literatur und Bildender Kunst.

Das Orchester gehört nach Angaben des Wissenschaftsministeriums zu den neun nichtstaatlichen Kulturorchestern, die das Land Bayern finanziell unterstützt. Dafür nahm der Freistaat 2011 rund 18,8 Millionen Euro in die Hand. Das BKO gilt dem Ministerium zufolge als das einzige professionelle Kammerorchester in Nordbayern. Im kommenden Jahr sind dem Orchestermanager Pavol Tkac zufolge sechs Konzerte in Bad Brückenau sowie etwa zwölf Gastspiele geplant.

Moesus gilt als Spezialist für unbekannte Klassik aus dem 18. und frühen 19. Jahrhundert. Er arbeitete bereits mit namhaften nationalen und internationalen Orchestern zusammen. Zudem zeichnet er für den Themenschwerpunkt “Ludwigsluster Klassik“ der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern verantwortlich.

Moesus und das Kammerorchester haben 2011 bereits mehrfach miteinander gearbeitet. “Die Stimmung war gut, die Zusammenarbeit funktioniert. Deshalb ist die Wahl des Orchesters auf ihn gefallen“, sagte Tkac. “Das Orchester hat bisher auch immer wieder interessante Programme mit unterbekannter Literatur erforscht und ausprobiert. Das ist genau meine Linie“, sagte auch Moesus über die neue Zusammenarbeit. Im Mai 2012 wird er das BKO das erste Mal vor Publikum dirigieren.

In den vergangenen fünf Jahren haben Gastdirigenten das Orchester bei den Konzerten geleitet. “Das hatte natürlich auch Vorteile, weil wir je nach Programm und Stilrichtung einen Experten suchen konnten“, sagte Tkac. Die Organisation und Planung übernahm das Orchester in dieser Zeit selbst.

dpa

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