Kampf der Frauen

- Mutig, kämpferisch und patriotisch. Die Hauptfiguren in Ken Folletts neuem Thriller zeigen bewundernswert männliche Attribute. Manchmal sind sie auch schön, aber vor allem sind sie weiblich, die Heldinnen des neuen Romans "Die Leopardin", der in Frankreich anno 1944 spielt.Es ist der 28. Mai, als einige Widerstandskämpfer ein Châ^teau im Herzen der Champagne, in dem sich eine wichtige Telefonzentrale der Nazis befindet, überfallen. Das Unternehmen scheitert, es gibt Tote und Verletzte. Und den zufälligen Zuschauer Dieter Franck, einen deutschen Major, der im Lauf der Ereignisse zum skrupellosen und raffinierten Gegner der Titelheldin Felicity Clairet wird, die unter dem Codenamen "Die Leopardin" als Major beim britischen Geheimdienst agiert.

<P>Felicity, Flick genannt, war an der gescheiterten Mission beteiligt. Zurück in London, plant sie deshalb, die Kommandozentrale erneut anzugreifen. Ihr Plan ist tollkühn. Getarnt als Putzfrauen soll ihr Team ins Châ^teau vordringen und die Telefonzentrale in die Luft sprengen. Ihre Kampfgefährtinnen, fünf Frauen, sind lebens-, aber nicht kampferprobt. Trotzdem zieht Flick mit ihnen ins Gefecht.</P><P>Zug um Zug treibt Follett die Story voran und die Gegner aufeinander zu bis zum tödlichen Showdown. Liebe, Betrug und Intrigen sind ebenfalls im Spiel. Grausame Folterszenen geben der Geschichte eine grauenerregende Authentizität.</P><P>Ein Thriller also, dem es an nichts fehlt, nicht mal an abwegigen Ideen. Dennoch stellt sich nur mäßige Spannung ein. Anders als bei seinem Welterfolg "Die Nadel", einem exzellenten Spionageroman, der ebenfalls im Zweiten Weltkrieg spielt, gelingt es dem 53-jährigen diesmal nicht, wirklich mitzureißen. Viele Figuren bleiben im Klischee stecken, die Handlungsstränge wirken zu schematisch angelegt. Vielleicht liegt es auch am Stoff. Terrorismus, Wirtschaftskriminalität und Korruption sind die Themen der Zeit. Daneben sieht Follets Szenario etwas alt aus. Seinen Fans wird die routiniert gestrickte Geschichte trotzdem gefallen.</P><P>Erzählt er doch eine (fast) wahre Begebenheit, in der es um Leben und Tod geht und um nichts weniger als die Freiheit der Welt. Worin der Unterschied zwischen weiblichen und männlichen Helden besteht, lässt sich am Ende freilich schwer sagen. Die Liebe zum Lippenstift allein kann es wohl nicht sein. An dem Part müsste Follett beim nächsten Roman noch ein bisschen arbeiten.</P><P>Die Leopardin<BR>Von Ken Follett. Lübbe V., 544 S., 24 . </P><P>Routinierter Bestseller-Autor: der Brite Ken Follett.<BR><BR></P>

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