Kampf gegen Sissi

- Ist das nicht Sissi, die süße bayerische Prinzessin und Kaiserin von Österreich-Ungarn, das brave Mädel, das sich da lasziv mit drei Franzosen im Swimmingpool aalt? Sie ist es; und da: Der Kopf taucht unter, der Po schaut aus dem Wasser - Sissi hat ja gar nichts an! Ausschnitte aus dem Film "Der Swimmingpool" werden jetzt in der Ausstellung "Leben einer Legende: Romy Schneider - ,Sissi war ihr Schicksal" in Schloss Unterwittelsbach bei Aichach gezeigt.

Es ist die erste Schau in Deutschland (Veranstalter Aichach und Regio Augsburg Tourismus), die sich dem schillernden und tragischen Leben Romy Schneiders widmet und zugleich den zwei gegensätzlichen Mythen, die die große Schauspielerin geschaffen hat.

Als vor 50 Jahren in Deutschland die Filme "Mädchenjahre einer Kaiserin" und "Sissi - Die junge Kaiserin" in den Kinos liefen, verliebten sich alle in die hübsche, allerliebste Sissi. Dass Romy Schneider nicht Sissi war, sondern eine eigene Persönlichkeit besaß, wurde bei uns nie so richtig akzeptiert. Romy "Sissi" Schneider blieb für immer der Inbegriff der guten alten Zeit.

Dem Film "Der Swimmingpool" ist in Schloss Unterwittelsbach (wo die historische Elisabeth von Bayern, die Sisi genannt wurde, einige Tage ihrer Kindheit verbrachte) ein ganzer Raum zugedacht, der wie ein Schwimmbecken gestaltet ist. Als sie diesen Film drehte, brach Schneider mit ihrer bisherigen Existenz: dem bürgerlichen Leben, ihrem Mann Harry Meyen und vor allem mit "Sisi", die sie auch für die damals unglaubliche Gage von einer Million Mark nicht mehr spielen wollte.

"Französische" Künstlerin

Sie wurde zur "französischen Romy Schneider", wie sie in Deutschland jetzt oft verächtlich genannt wurde, und in Frankreich schuf sie einen neuen Mythos: Sie wurde 1968, im Jahr der Revolten gegen den Staat, wie die Präsentation schildert, zum Inbegriff der modernen Frau - schön, sexy und emanzipiert, "wissend, reif, stark, aber zugleich eine gebrochene Frau", wie ihre Biografin Alice Schwarzer sagt. Die meisten Franzosen glauben heute, dass Romy Schneider eine Französin war.

In Unterwittelsbach taucht der Besucher auf drei Stockwerken in das Leben und das Werk Romy Schneiders ein. Zu sehen sind Briefe der Schneider, Originalkostüme, Filmplakate aus ganz Europa, Filmausschnitte und viele Fotografien aus ihrem privaten und filmischen Leben mit Alain Delon, Yves Montand, Klaus Kinski und Marcello Mastroianni.

Am 29. Mai 1982 starb die große Romy Schneider im Alter von 43 Jahren nach einem Leben mit vielen gloriosen Höhepunkten und schmerzlichen Schicksalsschlägen oder, wie sie es selbst ausdrückte: "Das Leben ist ein Swimmingpool - mal rein in den Pool, mal raus aus dem Pool."

Bis 1.11., Di.-Fr. 10-17 Uhr, Sa./So. 10-18 Uhr, Tel. 08251/ 89 18 69; Begleitbuch, Melzer Verlag: 24,95 Euro. Das ungarische Schloss Gödöllö zeigt außerdem "Sisi und Elisabeth - Eine bayerische Prinzessin wird Königin von Ungarn".

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