Ingolstadt entlässt Walpurgis - Interims-Nachfolger steht fest

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Der Kanon der Moderne

- Auf dem Flug von New York nach Berlin hatte jeder "Passagier" seinen eigenen Begleiter. Kostbarste Fracht an Bord: Die Gemälde _ von Matisse, Cé´zanne, van Gogh, Picasso und Dalí´ bis zu Bildern von Edward Hopper, Gerhard Richter und Jackson Pollock - traten in höchstem Maße gesichert ihre Reise vom MoMA, dem weltberühmten Museum of Modern Art, zur Neuen Nationalgalerie an. Zur Zeit nämlich ist der New Yorker Kunsttempel wegen Renovierung geschlossen. Ab 20. Februar also sind in Berlin, der einzigen Station des MoMA in Europa, 200 Exponate der vielleicht schönsten Sammlung der Welt zu besichtigen.

<P>Die Ausstellung kostet rund 8, 5 Millionen Euro. Die Haftung für die Meisterwerke übernimmt die Bundesregierung. Finanzieren soll sich das Ganze über die Eintrittspreise. Maßgeblich beteiligt am Zustandekommen der Schau ist neben Peter-Klaus Schuster, dem Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin, der Anwalt Peter Raue (63), Vorsitzender des Vereins der Freunde der Nationalgalerie.</P><P>Was war ausschlaggebend für die Vergabe der Ausstellung nach Berlin?<BR>Raue: Ausschlaggebend war wahrscheinlich die Idee, dass Berlin dem Museum sieben Monate lang eine Wohnstatt geben konnte. Dass statt eines Event-Tourismus' ein "Museum in Residence" geschaffen werden konnte. Und es ist sicherlich auch das Gebäude von Mies van der Rohe in seiner einmaligen Schönheit und seiner dem Bauhaus verpflichteten Grundstruktur, die die Verantwortlichen im MoMA fasziniert hat.</P><P>Das "MoMA in Berlin" wird schon jetzt als Jahrhundertausstellung apostrophiert. Das impliziert aber auch, dass in den nächsten Jahren nichts Größeres mehr kommen kann?<BR>Raue: Das kann man nie sagen. Es ist aber insofern wirklich eine Jahrhundertausstellung, als nach Abschluss des 20. Jahrhunderts geradezu ein Kanon der Moderne gezeigt wird. Insofern wird das 20. Jahrhundert aus der Sicht der amerikanischen Sammlung hier zu sehen sein.</P><P>Inder Öffentlichkeit ist bereits kritisiert worden, das unter dem Titel "american season 2004" laufende Rahmenprogramm konkurriere mit der eigentlichen Ausstellung. . .<BR>Raue: Diese Kritik finde ich geradezu grotesk. Die "american season" ist unsere Idee gewesen. Ich habe es auf den Weg gebracht, Kulturstaatsministerin Christina Weiss hat die Idee aufgenommen. Wir wollten gerade, dass die Ausstellung umgeben ist von einer Diskussion und von einem Austausch Deutschland - Amerika, Berlin - New York. Das alles soll eben zeigen, dass der Dialog vielfältig, die Ausstellung in ein kulturelles Umfeld eingebettet ist.</P><P>Welche Impulse erwarten Sie von der Ausstellung?<BR>Raue: Das überschätze ich nicht. Ich denke, dass Berlin in diesen sieben Monaten eine besondere Magnetwirkung ausüben wird. Wenn das Bewusstsein für die Notwendigkeit der Kunst in dieser Hauptstadt, insbesondere bei den Politikern geweckt wird, dann ist das schon enorm viel.</P><P>Der Förderverein der Nationalgalerie, dessen Vorsitzender Sie sind, hat bereits viel Geld für Ausstellungsstücke gesammelt und zur Verfügung gestellt. Aber 8, 5 Millionen Euro auf einmal waren es noch nie. Schlafen Sie deswegen ein bisschen schlechter?<BR>Raue: Nein, das tue ich wirklich nicht. 8, 5 Millionen Euro haben wir nicht. Aber wir kalkulieren, dass wir sie durch die Ausstellungsbesucher einspielen. Diese Kalkulation beruht auf langen Erfahrungen, die wir mit Ausstellungen haben. Mit 700 000 Besuchern sind wir im Break Even. Wenn wir wirklich einen Jahresetat des Vereins noch einmal hineingeben müssten in diese Schau, dann haben wir immer noch richtig gehandelt.</P><P>Ist das "MoMA in Berlin" Ihr größtes Projekt?<BR>Raue: Mit Abstand, ja.</P><P>Das Gespräch führte Stefan Lange</P>

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