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Preisträger Haper Kerkeling (li.) mit seinem Wunschlaudator, Ex-Ministerpräsident Edmund Stoiber.

Münchner Faschingsgesellschaft Narrhalla

Karl-Valentin-Orden für Hape Kerkeling

München - Was für eine Kombination: Hape Kerkeling, Entertainer, Komiker und Buchautor, erhält den Karl-Valentin-Orden 2009 - und Edmund Stoiber, Bayerns Ex-Ministerpräsident, ist der Laudator.

Kerkeling selbst hat sich gewünscht, dass der CSU-Politiker die obligatorischen Lobesworte spricht. Allerdings wird am Freitagabend bei der Soiree der Münchner Faschingsgesellschaft Narrhalla, die den Orden seit 1973 vergibt, die Rollenverteilung sehr schnell deutlich: Kerkeling ist der Komiker, Stoiber ist und bleibt Politiker, der in den vergangenen Jahren höchstens unfreiwillig komisch war und wegen seiner mit “Ähs“ gespickten Reden Opfer vieler Parodisten wurde.

Stoiber, selbst 1996 mit dem Valentin-Orden ausgezeichnet, gibt zu: “Mit Humor und Spaß bringt man mich nicht unbedingt in Verbindung.“ Und so wird seine Ansprache zu Ehren Kerkelings im Deutschen Theater zwischen Gardetanz, Jugendballett und Bigbandmusik eine ganz klassische Laudatio, die nicht wirklich vor Humor sprühte. Er nennt Kerkeling den “besten deutschen Komiker“. Mit dem Karl-Valentin-Orden steige dieser auf “in den Olymp der Komiker“. Kerkeling sei “komisch, aber nicht albern, treffend, aber nicht verletzend, gesellschaftskritisch, aber nicht umstürzlerisch“.

Kerkeling wird von der Faschingsgesellschaft wegen des Zitats “Ich bin dann mal weg“ ausgezeichnet. Diesen Titel trägt auch sein Bestseller über seine Pilgerreise auf dem Jakobsweg.

Kerkeling erheitert das Publikum deutlich mehr als Stoiber. “Für mich sind Sie weiter der Ministerpräsident. Beckstein ist ja schon wieder weg. Jetzt gibt es wieder einen anderen - oder ist der auch schon wieder weg?“, spielt er gekonnt auf die Ränkespiele um das Ministerpräsidentenamt nach der Landtagswahl 2008 an, bei denen auch Stoiber kräftig mitgemischt haben soll.

Launig erzählt er auch davon, wie sein Buch “Ich bin dann mal weg“ so unverhofft ein Bestseller geworden sei, dass dem Verlag das Papier ausgegangen sei. “Das klingt jetzt wie ein Sketch von Karl Valentin - war aber wirklich so.“

Der in Recklinghausen geborene Kerkeling ist nicht nur wegen seines Buchs, sondern vor allem auch wegen seiner Auftritte als Kunstfigur Horst Schlämmer bekannt. Seinen Durchbruch im Fernsehen hatte er 1989 mit der Show “Total normal“. Es folgten erfolgreiche Formate wie “Darüber lacht die Welt“ und Kinofilme wie “Samba in Mettmann“.

Der Karl-Valentin-Orden erinnert an den legendären Münchner Komiker Karl Valentin (1882-1948), der durch seinen Sprachwitz berühmt wurde. Gekonnt würzt Kerkeling seine Rede vor dem Soiree-Publikum mit Valentin-Zitaten, die er in perfekt imitiertem bayerischem Dialekt vorträgt.

Kerkeling reiht sich in eine illustre Runde von Ordensträgern ein: Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU), der ehemalige Bundespräsident Roman Herzog, der verstorbene bayerische Ministerpräsident Franz Josef Strauß (CSU), Moderator Thomas Gottschalk oder die Schauspieler Fritz Wepper, Christiane Hörbiger und Iris Berben haben den Valentin-Orden in den vergangenen Jahren erhalten - und nicht zu vergessen Joseph Ratzinger, der heutige Papst Benedikt XVI. Ihn ehrte die Faschingsgesellschaft 1989.
Kathrin Zeilmann, dpa

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