Kassels documenta: Element des Dramas

- Auf der Karlswiese vor der Orangerie in Kassel haben die Vorbereitungen für die Errichtung von Ausstellungspavillons zur documenta 12 begonnen. Eine Spezialmaschine hebt die Grasnarbe auf der Fläche aus, auf der die temporären Bauten entstehen sollen.

Wie berichtet, will documenta-Leiter Roger M. Buergel die Ausstellungsstandorte Fridericianum und Neue Galerie um transparente, gewächshausartige Hallen ergänzen, die ihm eine neue Form der Inszenierung ermöglichen. Kosten: drei Millionen Euro.

Die Finanzierung ist noch nicht ganz gesichert. Deshalb halten sich documenta-Chef und der Geschäftsführer Bernd Leifeld die Möglichkeit offen, den Bau notfalls abzublasen. Allerdings sind sie zuversichtlich, dass das Vorhaben gelingt. Buergel betonte, dass es ihm nicht nur um zusätzlichen Raum gehe. Er wolle die Pavillons nutzen, um eine neue Form der Vermittlung zu erproben. Bei Nicht-Bau bliebe die Fläche als "negativer Raum", als Bodenskulptur, bestehen. Buergel: "Wir brauchen das Element des Dramas wie bei der Fußball-Weltmeisterschaft."

Buergel und seine Co-Kuratorin und Lebenspartnerin Ruth Noack suchen weitere Unterstützer für das Pavillon-Projekt. Erste Mäzene konnte der Kreis um Arend Oetker schon anwerben. Die Wände des Pavillons werden aus Polycarbonat-Platten bestehen. Das Material ermöglicht Buergel, die documenta 12 weitgehend als eine Tageslicht-Ausstellung anzulegen. Die "Mauern" sollen eine Wechselbeziehung von innen und außen herstellen und die Passanten anlocken. Auch setzen Buergel und Noack darauf, dass die barocken Sichtachsen der Karlsaue durch die Bauten aufgenommen werden.

Die documenta läuft vom 16. Juni bis 23. September. Zu der Schau werden Arbeiten von rund 100 Künstlern aus aller Welt nach Kassel geholt. Die Auswahl orientiert Buergel an den drei Leitfragen: Ist die Moderne unsere Antike? Was ist das bloße Leben? Was tun?

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