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Mit List gefangen: Giovanni Insaudo als Wolf (2.v.r.) mit Rita Barão Soares (Katze), Sandra Salietti (Vogel) und Matteo Carvone als Peter (v.l.).

Premierenkritik

Wo Katze und Vogel gemeinsam tanzen

München - Das neue Team vom Gärtnerplatz präsentiert im Cuvilliéstheater mit „Peter und der Wolf“ ein fantasievolles Ballettmärchen. Die Premierenkritik: 

Dass hier in wenigen Minuten ein Ballettmärchen für Kinder aufgeführt wird, mag man im Münchner Cuvilliéstheater nicht vermuten. Im Bühnenraum stehen Requisiten, der Blick auf die kahlen grauen Wände ist frei, und die Tänzer sehen aus, als hätten sie in wenigen Minuten eine Probe in normaler Trainingskleidung.

Natürlich war die Szenerie gestern Vormittag Teil der Premiere von „Peter und der Wolf“ – ein weiterer Höhepunkt im Kinderprogramm des neuen Teams des Staatstheaters am Gärtnerplatz.

Die Besetzung

Dirigent: Andreas Kowalewitz.

Choreographie: Emanuele

Soavi.

Ausstattung: Rainer Sinell.

Darsteller: Stefan Wilkening (Erzähler); eine von zwei Besetzungen: Matteo Carvone (Peter), Giovanni Insaudo (Wolf), Francesco Annarumma (Großvater), Sandra Salietti (Vogel), Davide Di Giovanni (Ente), Rita Barão Soares (Katze), Ariella Casu und Lieke Vanbiervliet (Jäger).

Als wäre er etwas zu spät, betritt Erzähler Stefan Wilkening die Bühne (Text: Loriot). Was jetzt noch fehlt, ist der Soundcheck, dann stellt er dem jungen Publikum die Akteure und die ihnen zugeschriebenen Instrumente vor. Bei der witzigen Einleitung gibt es nicht nur für Kinder etwas zu lachen. Die Katze trägt ein T-Shirt, auf dem „I love Birds“ (Ich liebe Vögel) steht, der Großvater humpelt, wenn er nicht gerade vollendet tanzt, aus dem Bild. Und als der Wolf anmutig zum Klang von drei Hörnern über die Bühne schleicht, spürt man die Spannung bei den Mädchen und Buben aufflammen. Eine Tänzerin, die sich Wilkening immer wieder als Hirsch anbietet, schickt er weiter: „Vielleicht mal bei der Oper versuchen, die brauchen immer wen.“

Dann geht es los. Zu den Klängen des Orchesters des Gärtnerplatztheaters tanzen acht Darsteller zur berühmten Märchenmusik von Sergej Prokofjew.

Auf ein aufwändiges Bühnenbild kann die Produktion bestens verzichten. Auf einem Gerüst mit der Silhouette eines Hauses ist eine weiße Leinwand gespannt, mit Beginn der Aufführung wird die Hütte an den Bühnenzügen hochgezogen und aufgestellt. Von der Decke schwebt ein Baum, sonst gibt es nur noch einen Zaun. „Alles, was Ihr nicht seht, müsst Ihr Euch in Eurer Fantasie vorstellen“, hatte Wilkening noch gesagt. Und so gebannt, wie die Kinder auf das Geschehen achten, scheinen sie damit kein Problem zu haben.

Begeistert sind die Kinder vor allem von der Ente, die in den Tümpel, den sie als Teppich unter dem Arm trägt, eintaucht und keck mit ihrem Puschelschwänzchen wackelt. So lustig sich das Federtier und seine Kollegen auch geben, es wird doch modernes Ballett zu klassischer Musik gezeigt. Eine Mischung, die von der Gestik und Mimik der Tänzer noch unterstützt wird.

Und die nie aufkommende Unruhe im Zuschauerraum zeugt bis zum Schluss von der Kurzweiligkeit der Inszenierung.

Andrea Steiler

Nächste Vorstellungen am 22./ 23.11. jeweils 10 Uhr sowie 23.11., 18 Uhr. Karten unter Tel. 089/21 85 19 60.

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