Karlsruhe erlaubt G20-Protestcamp - aber stark eingeschränkt

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Kaum ein Durchkommen auf der Buchmesse

- Frankfurt/Main - Wer auf die Frankfurter Buchmesse kommt, muss Geduld mitbringen - und Zeitpuffer im Terminplan: Am Samstag, dem ersten Publikumstag auf dem größtem Branchentreff der Welt, war in vielen Gängen an einen flotten Schritt von Stand zu Stand nicht mehr zu denken.

Außer den Fachbesuchern belagerten zehntausende private Bücherfans Hallen und Gänge, trafen Schriftsteller und andere Prominente, blätterten ausgiebig in deren Büchern oder informierten sich über die Neuheiten der Verlage.

Dank des regen Interesses steuert die Buchmesse auf ein Besucherplus zu. An den drei vorangegangenen Fachtagen zählten die Organisatoren knapp vier Prozent mehr Besucher als 2004, insgesamt fast 156 000. Die Veranstalter waren deshalb optimistisch, dass sie die 270 000 Besucher von 2004 wieder erreichen oder gar übertreffen. Am Sonntag geht das Spektakel von rund 7200 Ausstellern aus 101 Nationen zu Ende. Zum Abschluss erhält der türkische Schriftsteller Orhan Pamuk (53) in der Frankfurter Paulskirche den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

Mit Spannung wird Pamuks Rede bei der Preisverleihung erwartet. Der in seiner Heimat angefeindete Autor stellte sich am Samstag der Presse vor und nutzte die Gelegenheit, erneut die Garantie der Menschenrechte und der Meinungsfreiheit in der Türkei zu verlangen. Zugleich sprach er sich noch einmal für die Einbindung seines Heimatlandes in die Europäische Union aus.

Pamuk muss sich im Dezember in Istanbul wegen "Herabsetzung des Türkentums" vor Gericht verantworten. Der Schriftsteller hatte in einem Interview Anfang des Jahres an die Massaker an "einer Million Armenier" im alten Osmanischen Reich sowie an den Tod von 30 000 Kurden in der Türkei erinnert. Ich versuche, mit erhobenem Haupt meine Verantwortung zu übernehmen", sagte er zu dem Prozess.

Wo am Samstag an den Ständen oder auf dem "Blauen Sofa" Prominente auftauchten, bildeten sich ruckzuck Menschentrauben. Zugpferde waren etwa Regisseur Wim Wenders, die Schauspieler Mario Adorf, Isabella Rossellini und Gudrun Landgrebe, "Tagesthemen"-Moderator Ulrich Wickert, "Tatort"-Kommissarin Ulrike Folkerts, "Eragon"- Bestsellerautor Christopher Paolini oder auch bekannte Comic- Zeichner. Unzählige Lesungen und Büchersignierstunden lockten. Zum zweiten Mal wurde auf der Messe der undotierte Comic-Preis "Sondermann" vergeben. Er ging an sieben Zeichner und Autoren.

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