Polizei stoppt verdächtige Person - Kölner Dom evakuiert

Polizei stoppt verdächtige Person - Kölner Dom evakuiert
Achtung! Diese Sauna-Besucher (Johannes Klama, Josephine Ehlert und Lucca Züchner, v.l.) in Jule Ronstedts neuem Stück schielen nach Geld und Gold. Foto: digipott

„Kein Geld für Niemand“: Premierenkritik

München - Das ist das fescheste Eselchen, das je seine Hufe auf eine Bühne setzte! Wenn Johannes Klama, Haarschopf steil hochgegelt, zur „Goldfinger"-Melodie sich als singender Goldesel outet, dabei kess sein Schwänzchen schwenkt, ist die Premiere von „Kein Geld für Niemand" im Münchner Theater der Jugend (TdJ) schon gewonnen.

Dieser herzheitere Abend rund um den begehrten schnöden Mammon von Jule Ronstedt (Text und Regie) ist auch (gerade!) für Erwachsene geeignet.

Schon ein Supereinfall ist die crèmefarbene, rundum kassettierte Schauburg-Bühne von Ausstatterin Andrea Fisser. Aus einer sich öffnenden Kassette ordnet Bankdirektor Dr. König die sofortige Vernichtung des Gier, Neid und Unglück bringenden Geldes an. Da versuchen die vier in blütenweiße Bademäntel gehüllten Besitz-protzenden Sauna-Besucher, schiebend und keuchend drei große Goldquader zu retten. Pech gehabt: Die funktionieren ab jetzt als Bankschalter, wo Azubi Lucca Züchner und Angestellte Josephine Ehlert nur noch für das Einschmelzen und Schreddern von Münzen, Scheinen und Kreditkarten verantwortlich sind. Langeweile? Keine Spur.

Während die quirlige Züchner mit ihrem breitesten Sonniglächeln nun auch Zeit fürs sparsam-produktive Stricken hat und das Märchen vom „Hans im Glück“ erzählt - Pferd, Kuh und Schwein lugen da mal schnell aus aufklappenden Kassetten -, und Ehlert mit himmelwärtsem Blick am Sparzwang verzweifelt, gibt es herrliche Turbulenzen: Berit Menze schrillt als Shoppingsüchtige herein. Klama macht einen Hartz-IV-Bankräuber, Ehlert eine Ex-Ossi, die ihre Geldmatratze anschleppt. Und der Goldesel hat mächtiges Bauchgrimmen, verursacht durch das Geldvernichtungs-Enzym von Dr. König alias Anton Algrang, der in seiner zweiten Rolle als Rothaut meditative Ruhe in die Gemengelage bringt.

Mit Volkes Sprüchen von der Art „Hast de was, bist de was“ und dem Spielwitz der TdJ-Crew ist Jule Ronstedt nach ihrem „Südseekeller“ erneut Theater gelungen, das ein Bewusstsein wachruft - diesmal für den vernünftigen Umgang mit Geld. Und durch ihre farbigen Bilder sowie ihren Humor werden sogar Kinder unter zehn Jahren ihre Botschaft verstehen.

Malve Gradinger

Nächste Vorstellungen: Donnerstag und Freitag sowie 6., 7., 8., 9. April; Telefon 089/233 371 55.

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