Auto rast offenbar in Bushaltestellen in Marseille

Auto rast offenbar in Bushaltestellen in Marseille

Keine Angst vor Symbolen

- Ein 25 Jahre alter, vom Rost angenagter Mercedes in der edlen Aula der Münchner Kunstakademie? Mit diesem knalligen Kontrast ist Alexander Laners Kfz-Werkstatt-Installation bestens präsentiert. Zusammen mit Andrea Faciu, Emanuel Fanslau, Lena Bröcker, Daniela Leiter und Uta-Dorothea Zimmermann stellt er in der Schau der Debütanten und Preisträger der Stiftung Kunstakademie aus. Seine Aktion, während der Ausstellung den Karren wieder TÜV-fähig zu machen, erhielt den Lothar-Späth-Preis (5000 Euro). Das zurzeit hochkant stehende Auto wird später hochgebockt und runderneuert. Im Koloss-Saal im Keller sind die Kollegen platziert.

<P>Bröcker nutzt die Apsis, um uns 24 Stunden, eine Erdumdrehung also in Blitzesschnelle erleben zu lassen (Video); inklusive Aussichtsplattform, als wäre man im Observatorium. Naturschauspiel ist auch das Thema von Faciu. Sie beobachtet nicht den Himmel, sondern den Wasserspiegel eines Teichs, vertieft sich in dunkle, helle Reflexe, über die sie durchsichtige Hände und eigene Texte projiziert - ein mutiger Versuch, mit starken Symbolen umzugehen. Ein lebendes Symbol thematisiert Daniela Leiter (DAAD-Preis + Stiftung, 2200 Euro). Mit wild schwankender Handkamera nahm sie den Papst bei einem Besuch in Madrid aus der Menge heraus auf. Der absichtsvoll dilettantische Film und die zusätzlich vorgenommene Verfremdung verhindern, dass aus der Arbeit eine platte Huldigung wird. Die eigentliche Zielsetzung ist jedoch nicht erkennbar.<BR><BR>So richtig häuslich werden Fanslau und Zimmermann. Letztere lädt dazu ein, ein virtuelles Haus zu erkunden (Manfred-Bischoff-Preis, Stiftung, 4000 Euro). Fanslau war schon drin und hat sich über die altdeutsche Schrankwand hergemacht. Eine Leinwand wurde darüber gespannt und angesaugt, dann wurde das Frontrelief mit Frottage-Technik abgenommen. Jetzt hängt dieses "Bild" als Riesensack an einer Laufkatze und enthält nicht nur das Abbild der Schrankwand, sondern die - zertrümmerten - Schränke selbst. </P><P>Bis 8. Dezember, Fr., Mo., Di., Mi. 14-20 Uhr, Sa. 10-18 Uhr, Eintritt frei, Tel. 089/ 38 52 0.</P>

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Zum Tod von Jerry Lewis: Amerikas trauriger Clown
Zeit seines Lebens hat Jerry Lewis die Menschen zum Lachen gebracht. Diese Fähigkeit schien ihm angeboren zu sein. Dabei durchlebt auch der Komiker schwarze Stunden.
Zum Tod von Jerry Lewis: Amerikas trauriger Clown
Albträume im La-Le-Lulu-Land
Die griechische Filmemacherin Athina Rachel Tsangari hat zum ersten Mal am Theater gearbeitet und für die Salzburger Festspiele in Hallein Frank Wedekinds „Lulu“ …
Albträume im La-Le-Lulu-Land
Arena di Verona: Auferstehen aus Ruinen
Die Arena di Verona kämpft mit Affären und Finanznot. Hilfe verspricht man sich von einem Sanierungsplan - und einer Uralt-„Aida“.
Arena di Verona: Auferstehen aus Ruinen
„Ein Hoch auf uns – Warum?“
Er ist Kapitän der Rockband Eisbrecher, deren neues Album „Sturmfahrt“ jetzt erscheint. Wir sprachen mit Alexander Wesselsky über die neue Platte, billiges Fleisch und …
„Ein Hoch auf uns – Warum?“

Kommentare