Keine Glückseligkeit

- Zu seinen Markenzeichen gehörte der traurige Schluss. Wann immer Hollywood es zuließ, verzichtete der britische Regisseur John Schlesinger in seinen Filmen auf ein Happy End. Allgemeine Glückseligkeit als Auflösung von Konflikten, wie Amerikas Publikum sie liebt, "ist nicht meine Sicht der Welt", sagte Schlesinger. Am Freitag starb er im Alter von 77 Jahren nach schwerer Krankheit. Im Dezember 2000 hatte der Regisseur von oft kontrovers diskutierten Filmen wie "Asphalt Cowboy" und "Sunday, Bloody Sunday" einen Schlaganfall erlitten. Zuletzt lag er auf der Intensivstation eines Krankenhauses in Palm Springs (Kalifornien). Am Donnerstag hatten die Ärzte die Apparate abgeschaltet, weil es keinerlei Hoffnung mehr gab.

<P>Hohe Anerkennung hatte Schlesinger schon in den 60er-Jahren in Europa erfahren. Bereits sein erster Spielfilm "Nur ein Hauch Glückseligkeit" war 1962 mit dem Goldenen Bären der Berliner Filmfestspiele ausgezeichnet worden. Es folgte eine Zusammenarbeit für drei Filme mit Julie Christie, die von Schlesinger zu Glanzleistungen geführt wurde. Schlesingers Weltklasse bestätigte sich eindrucksvoll gleich mit seinem ersten Hollywood-Film. </P><P>In "Asphalt Cowboy" zeigte er 1968 in bewegenden Bildern und trauriger Grundstimmung die Freundschaft zwischen zwei Außenseitern der amerikanischen Gesellschaft. John Voight spielte einen professionellen Callboy, dessen bester Freund ein TBC-kranker Obdachloser war. Diese Rolle brachte für Dustin Hoffman den Durchbruch. Ein tiefgründiger (Nazi-Vergangenheit) und hochspannender Thriller gelang ihm 1976 mit "Der Marathon-Mann". </P>

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